Suche

Vatican News
Der italienische Ministerpräsident bei seiner TV-Ansprache am Sonntagabend Der italienische Ministerpräsident bei seiner TV-Ansprache am Sonntagabend  (ANSA)

Italien: Bischöfe protestieren gegen Gottesdienstverbot

Ministerpräsident Giuseppe Conte hat für die Phase 2 der Corona-Krise für viele Aktivitäten Lockerungen angekündigt - doch das Gottesdienstverbot soll bestehen bleiben. Die italienische Bischofskonferenz will dies nicht hinnehmen. „Die Ausübung der Religionsfreiheit darf nicht beeinträchtigt werden,“ protestieren die Bischöfe in einem Statement, das gleich nach Bekanntwerden des neuen Dekrets der Regierung veröffentlicht wurde.

„Die italienischen Bischöfe können nicht hinnehmen, dass die Ausübung der Religionsfreiheit beeinträchtigt wird,“ heißt es in dem Statement. „Es sollte allen klar sein, dass die Verpflichtung zum Dienst an den Armen, die in dieser Notlage so wichtig ist, einem Glauben erwächst, der sich an seiner Quelle nähren können muss, besonders aus dem sakramentalen Leben." Die Reaktion der Bischöfe folgte unmittelbar auf die Fernsehrede, in der Ministerpräsident Giuseppe Conte das neue Dekret vorstellte.

Bischöfe sprechen von staatlicher Willkür

Nach „wochenlangen Verhandlungen, in denen die Bischofskonferenz Richtlinien und Protokolle dazu vorgelegt hat, wie man die Übergangsphase in voller Übereinstimmung mit allen Gesundheitsvorschriften angehen könne, schließt das nun verabschiedete Dekret des Kabinetts willkürlich die Möglichkeit aus, die Messe mit dem Volk zu feiern,“ zürnen die Bischöfe.

Zum Nachhören

Hinter den Kulissen wird offenbar verhandelt

Das Kabinett in Rom hat den Brandbrief der Bischöfe zur Kenntnis genommen, den Inhalt des neuen Dekrets aber bestätigt. Schon in den kommenden Tagen wolle man allerdings ein Protokoll prüfen, das eine baldige Teilnahme von Gläubigen an liturgischen Feiern möglich machen soll. Gegenüber Vatican News wollten sich Bischöfe nicht zum Zwist mit der Regierung Conte äußern; hinter den Kulissen sind offenbar Verhandlungen im Gang.

(vatican news - skr)

27 April 2020, 11:22