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Angelusgebet Angelusgebet  (ANSA)

Angelus: „Wachsam sein angesichts der Versuchungen“

Der Teufel ist keine Figur aus der Ferne. Daran hat Papst Franziskus an diesem ersten Fastensonntag beim Angelusgebet erinnert. „Auch heute noch bricht Satan in das Leben der Menschen ein, um sie mit seinen verlockenden Vorschlägen in Versuchung zu führen“, sagte das Kirchenoberhaupt beim traditionellen Mittagsgebet auf dem Petersplatz.

Mit Verweis auf das Sonntagsevangelium (Mt 4,1-11), das von den Versuchungen Jesu durch Satan spricht, warnte Franziskus vor „Botschaften, die uns einladen, uns in Versuchung führen zu lassen, um den Rausch der Grenzüberschreitung zu erfahren“. Die Versuchung schlage immer „alternative Wege" zu denen Gottes vor, so der Papst, der eine solche Einflüsterung imitierte: „Machs doch einfach, welche Probleme soll es schon geben, nachher vergibt Gott dir! Nur ein Tag, nimm es an... - Aber es ist eine Sünde! - Nein, ist es nicht..." Solche „alternativen Wege" zielten auf Genuss und geben uns das Gefühl der Selbstgenügsamkeit, erläuterte der Papst. Doch diese Art von Erfahrung erweise sich am Ende immer als Illusion, so der Papst: „Bald erkennen wir, dass wir uns angesichts der großen Probleme des Daseins umso hilfloser und schutzloser fühlen, je weiter wir uns von Gott entfernen.“

Hier zum Hören:

Franziskus analysierte die drei Versuchungen, denen der Satan Jesus am Ende seiner 40-tägigen Fastenzeit in der Wüste unterzieht. Der erste Versuch probiert es mit der Aussicht auf Essen, doch Jesus entgegnet dem Teufel: „Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt“ (4,4). Beim zweiten Versuch werde der Teufel listiger und zitiere selbst aus der Heiligen Schrift, so Franziskus. „Die Strategie ist klar: Wenn du ein solches Vertrauen in die Kraft Gottes hast, dann prüfe sie, denn die Schrift selbst sagt, dass dir von Engeln geholfen wird (V. 6). Aber auch in diesem Fall lässt sich Jesus nicht verwirren, denn wer glaubt, weiß, dass man Gott nicht auf die Probe stellt, sondern sich seiner Güte anvertraut.“

„Wachsam sein angesichts der Versuchungen“

Der dritte Versuch schließlich enthülle den wahren Gedanken des Teufels: Da das Kommen des Himmelreichs den Beginn seiner Niederlage markiert, möchte der Böse Jesus von der Erfüllung seiner Mission ablenken und ihm eine Perspektive politisch-geistlicher Macht bieten. „Aber Jesus lehnt den Götzendienst von Macht und menschlichem Ruhm ab und vertreibt schließlich den Versucher, indem er sagt: Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen.“

[ Sprecht nie mit dem Teufel ]

Franziskus riet an diesem Punkt den Gläubigen dazu, auf keinen Fall mit dem Teufel in ein Gespräch einzusteigen. „Jesus führt keinen Dialog mit dem Teufel. Jesus antwortet dem Teufel mit dem Wort Gottes, nicht mit seinem Wort", so der Papst. „In der Versuchung beginnen wir oft den Dialog mit dem Teufel: ,Ja, aber ich kann das doch tun... dann geh ich zur Beichte...´ Sprecht nie mit dem Teufel. Jesus macht zwei Dinge mit dem Teufel: Er vertreibt ihn oder, wie in diesem Fall, er antwortet mit dem Wort Gottes. Seid vorsichtig: niemals Dialog mit der Versuchung, niemals Dialog mit dem Teufel." 

Fastenexerzitien: Papst bleibt zu Hause

Franziskus und die Leiter der römischen Kurie wollten am Sonntagnachmittag gemeinsam zu den Fastenexerzitien nach Ariccia aufbrechen. Allerdings sagte der Papst seine Teilnahme am Sonntag beim Angelus ab, seine Erklärung zwinge ihn, ihn Rom zu bleiben und die Einkehrtage von hier aus zu begehen, so der Papst vor den Gläubigen. Bereits in den vergangenen Tagen hatte Franziskus einige Audienzen ausfallen lassen müssen; beim Angelus klang seine Stimme etwas rau. 

(vatican news – gs)

01 März 2020, 11:57