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Vatican News

Papst an finnische Lutheraner: Christus will alle treffen

Als getaufte Christen glauben wir, dass Christus uns in eben jenen Menschen begegnen will, die im Leben buchstäblich oder im übertragenen Sinne Schiffbruch erlitten haben. Das sagte der Papst an diesem Freitagvormittag bei einer Audienz für die lutherische Delegation aus Finnland, die seit Jahren zum Auftakt der Gebetswoche für die Einheit der Christen den Vatikan besucht.

Mario Galgano – Vatikanstadt

An diesem Wochenende beginnt die diesjährige Gebetswoche für die Einheit der Christen. Der Papst ging in seiner Ansprache an die finnische Delegation kurz darauf ein, erläuterte aber vor allem die Bedeutung der Taufe, die alle Christen – egal welcher Konfession – vereine. Was ebenfalls vereine, sei nicht nur das gemeinsame Beten, sondern auch das gemeinsame Handeln. Da der Papst von Schiffbrüchigen sprach, meinte er auch – ohne sie namentlich zu erwähnen – Flüchtlinge, die im Meer in Seenot geraten.

Zum Nachhören

„Diejenigen, die Gastfreundschaft anbieten, werden nicht ärmer, sondern reicher“, so der Papst wörtlich, denn wer etwas von sich gebe, der empfange auch etwas. „Tatsächlich lässt uns die Menschlichkeit, die wir anderen zeigen, auf geheimnisvolle Weise an der Güte Gottes teilhaben, der Mensch geworden ist“, so Franziskus.

Als Boten der Menschheit handeln

Den finnischen Freunden, wie er sie nannte, bat er, „als Boten der Menschheit, als Empfänger der Güte des fleischgewordenen Gottes“ zu handeln. Alle Christen seien „gemeinsam in der Gemeinschaft aller Getauften unterwegs“. Denn Christen seien diejenigen, die für ihre Taufe dankbar sein könnten und deshalb auch aufgerufen, etwas dafür zu tun.

„Diese Dankbarkeit verbindet und erweitert unsere Herzen, öffnet sie für unseren Nächsten, der kein Gegner ist, sondern unser geliebter Bruder, unsere geliebte Schwester. Die Gemeinschaft aller Getauften ist kein bloßes ,Nebeneinander-Stehen´ und schon gar nicht ein ,Gegeneinander-Stehen´, sondern will ein immer tieferes ,Miteinander-Stehen´ werden.“

Zum Schluss seiner Rede erinnerte der Papst an zwei Ebenen der Ökumene. Auf der einen Seite stünde die geistliche Ökumene gerade in der Gebetswoche im Mittelpunkt, und andererseits gebe es den ökumenischen Dialog, der zu einer Vertiefung des Zusammenseins führt. „Möge dieses Zusammensein in Finnland weiter wachsen, sich entwickeln und Früchte tragen. Damit dies geschieht, bete ich zu Gott, dass er Ihnen seine Gnade und seinen Segen in Fülle gewährt. Bitte beten Sie auch für mich“, schloss Franziskus seine Rede.

Live bei uns: Abschluss der Gebetswoche

Die diesjährige Gebetswoche steht unter dem Motto aus der Apostelgeschichte: „Sie waren uns gegenüber ungewöhnlich freundlich (Apg 28,2)“. Zum Abschluss der ökumenischen Tage findet am Samstag, 25. Januar, um 17.30 Uhr eine Vesper am Hochfest der Bekehrung des Heiligen Apostels Paulus in der Basilika Sankt Paul vor den Mauern statt. Wir übertragen die Feier live und mit deutschem Kommentar auf unserer Homepage sowie auf unserem Youtube-Kanal.

(vatican news)

17 Januar 2020, 11:42