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Vatican News
Bischof Franz Jung von Würzburg Bischof Franz Jung von Würzburg  (Fotoagentur Klaus Landry Fotograf@t-online.de)

D: Bischof Jung rät zu Geduld in kirchlicher Reformdebatte

Der Würzburger Bischof Franz Jung hat bei den innerkirchlichen Reformdebatten zur Geduld gemahnt. Beim „Synodalen Weg“ gehe es „am Ende zunächst um eine Meinungsbildung der Kirche in Deutschland“, sagte Jung am Sonntag laut Redemanuskript beim Neujahrsempfang der Stadt Würzburg.

„Noch ist offen, welche Entscheidungsspielräume einzelnen Ortskirchen eingeräumt werden und wie viel regionale Vielfalt die katholische Einheit verträgt und ob es verschiedene Geschwindigkeiten geben könnte auf dem Weg zu einer erneuerten Kirche.“ Es stelle sich zudem die Frage, inwieweit die behandelten Themenfelder nochmals einer weltkirchlichen Diskussion und Klärung bedürfen, betonte der Bischof. „Auch das wird wiederum Zeit in Anspruch nehmen.“

Der „Synodale Weg“ werde sich auch darin bewähren müssen, dass unterschiedliche Meinungen zu Wort kommen könnten und dürften. Wichtig sei, „dass man sich müht, die Diskussion sachlich zu führen und vor allem die innere Einheit soweit wie möglich zu wahren. Eine spannende Aufgabe“.

Populismus: Reine Ablehnung reicht nicht

Jung äußerte sich auch zum Populismus in der deutschen Politik. Er sehe in reiner Ablehnung kein probates Mittel gegen das Erstarken von Parteien wie der AfD. Zwar müsse jeder Verrohung in Sprache und Umgangsform und jeder Fremdenfeindlichkeit und populistischen Agitation mit Entschiedenheit Einhalt geboten werden. „Aber auf Dauer wird das nicht genügen.“

Es gelte, die Ängste weiter Gesellschaftsschichten ernst zu nehmen, so der Bischof. Etablierte Parteien hätten auf die Anfragen „der derzeitigen Globalisierungsverlierer in einer sich zusehends fragmentierenden Mittelschicht“ noch keine überzeugende Antwort gefunden, so der Bischof weiter. Er warnte speziell vor einfachen Antworten in der Klimaschutzpolitik. Es stelle sich die Frage, ob die angezielten Veränderungen tatsächlich in kurzer Zeit und sozialverträglich erreicht werden könnten. Auch dürften die Lasten nicht wieder auf andere Länder abgewälzt werden.

(kna – sk)
 

12 Januar 2020, 12:27