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Papst erinnert an verfolgte Ukrainer des Sowjetregimes

Franziskus hat zum 30. Jahrestag der Anerkennung der ruthenischen Kirche von Mukatschewo der Verfolgung der Christen während der Zeit des Ostblocks gedacht. Vor der Generalaudienz an diesem Mittwoch empfing er eine Gruppe von Priestern und Gläubigen aus der Ukraine bei der Kathedra Petri in der vatikanischen Basilika.

Die rund 1.000 Pilger der ruthenischen Kirche der Eparchie Mukatschewo im Südwesten der Ukraine waren anlässlich des 30. Jahrestages der offiziellen Anerkennung ihrer Kirche in den Vatikan gereist. Die mit Rom unierte Kirche feiert ihre Liturgien im byzantinischen Ritus. Am Kathedra-Altar erinnerte der Papst vor den Pilgern, darunter Bischöfen, Priestern und Ordensleuten an den Fall des Eisernen Vorhangs im Jahr 1989. Bis zu jenem Moment waren die ruthenischen Gläubigen - sowie alle griechisch-katholischen Gemeinden in der Sowjetunion - vom Regime verfolgt, unterdrückt und zur staatlich kontrollierten Orthodoxen Kirche zwangsbekehrt worden.

Der Papst danke gemeinsam mit den Pilgern dem Herrn dafür, dass „eure Kirche von der langen Unterdrückung des sowjetischen Regimes befreit“ worden sei. Papst Franziskus würdigte zudem die zahlreichen Märtyrer, die aus der ruthenischen Kirche hervorgegangen seien und „die mit ihrem Blut ihre Treue zu Christus, zur katholischen Kirche und zum Bischof von Rom bezeugten“.

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„Insbesondere erinnern wir uns an den seligen Märtyrer-Bischof Theodor Romscha, der es in den dunkelsten Momenten eurer Geschichte verstanden hat, das Volk Gottes mit evangelischer Weisheit und Mut zu leiten, unermüdlich nach dem Beispiel des guten Hirten Christus, der sein Leben für die Herde gab.“

Der ukrainische Märtyrer-Bischof Romscha

Der damalige Bischof von Mukatschewo hatte sich den sowjetischen Kräften Widerstand geleistet und den Übertritt zur orthodoxen Kirche verweigert. Nach mehrfachen Einschüchterungsversuchen wurden auf ihn zwei Mordanschläge verübt, an deren Folgen er am 1. November 1947 starb. Der ukrainische Märtyrer-Bischof wurde von Papst Johannes Paul II. im Jahr 2001 selig gesprochen.

Weiter erinnerte Franziskus an die Vorfahren der Pilger, „Großmütter und Großväter, Väter und Mütter, die im Schutz ihrer Häuser, und oft unter der Überwachung des feindlichen Regimes, ihre Freiheit und ihre Leben aufs Spiel setzen und die Lehre der Wahrheit Christi weitergaben. Sie haben den nachfolgenden Generationen, deren Vertreter ihr seid, das beredte Zeugnis eines starken, lebendigen und katholischen Glaubens angeboten.“

Abschließend erteilte der Papst allen Anwesenden seinen Segen und richtete Grüße an die ukrainischen Gläubigen von Mukachevo aus, insbesondere für die Leidenden und Kinder.

(vatican news – pr/mg)

11 Dezember 2019, 10:21