Suche

Vatican News
Papst Franziskus trifft die Organisatoren und Künstler des diesjährigen Weihnachtskonzertes im Vatikan Papst Franziskus trifft die Organisatoren und Künstler des diesjährigen Weihnachtskonzertes im Vatikan  (Vatican Media)

Papst: Menschliche Beziehungen beste Medizin gegen Diskriminierungen

Gott begegnet man nicht im Versuch, mehr zu haben oder mehr zu sein. Vielmehr kommt er dorthin, wo es „Hunger und Durst nach Frieden, Gerechtigkeit, Freiheit und Liebe gibt.“ Das gab Papst Franziskus den Künstlern mit auf den Weg, die an diesem Samstag das große Weihnachtskonzert im Vatikan mitgestalten werden. Er empfing die Teilnehmer und Organisatoren der Veranstaltung an diesem Freitag in Audienz.
Zum Nachhören

Die Vorweihnachtszeit lade uns alle ein, uns gewisse Fragen zu stellen, wandte sich der Papst an seine Gäste: „Was erwarte ich von meinem Leben? Welches ist der große Wunsch meines Herzens? Und auch ihr, mit euren Liedern, lasst in den Seelen vieler Menschen diese gesunde, ach so menschliche ,Spannung‘ aufkeimen oder wiederentstehen.“ Letztlich sei es Gott, der diesen „Durst“ in uns angelegt habe und uns auf dieser Straße entgegenkomme, betonte Franziskus: „Sicher kommt er uns nicht in der eitlen Zwangshandlung des Habens oder Erscheinens entgegen, nein, dort begegnet man ihm nicht. Aber sicher kommt er dorthin, wo es Hunger und Durst nach Frieden, Gerechtigkeit, Freiheit und Liebe gibt,“ betonte Franziskus.

„Von der Krippe ergeht die klare Botschaft, dass wir uns nicht vom Reichtum und von so vielen flüchtigen Glücksangeboten täuschen lassen dürfen“

Er habe in diesem Jahr auf den Spuren des heiligen Franz von Assisi auf die besondere Bedeutung der Krippen als „einfaches und wunderbares Zeichen des Geheimnisses der Fleischwerdung des Gottessohnes“ hinweisen wollen, fuhr der Papst mit einem Zitat aus seinem Apostolischen Schreiben „Admirabile Signum“ fort: „Von der Krippe ergeht die klare Botschaft, dass wir uns nicht vom Reichtum und von so vielen flüchtigen Glücksangeboten täuschen lassen dürfen.“ Durch die Geburt in der Krippe beginne Gott selbst die „einzige wahre Revolution“, die den „Enterbten und Ausgeschlossenen“ Hoffnung und Würde verleihe, nämlich die Revolution der Liebe und der Zärtlichkeit: „Von der Krippe aus verkündet Jesus mit sanfter Macht den Aufruf zum Teilen mit den Geringsten als dem Weg zu einer menschlicheren und solidarischeren Welt, in der niemand ausgeschlossen und an den Rand gedrängt wird,“ so Franziskus zu seinen Gästen, von denen viele im Showbusiness tätig sind.

„Ständige Einladung, nicht stolz zu werden“

Es handele sich hierbei um ein Geheimnis, das in seiner Demut „aufrüttelnd“ wirke, denn Gott sei „unvorhersehbar“ und „ständig außerhalb unserer Kategorien“: „Eine solche Provokation ist eine ständige Einladung, nicht stolz zu werden und diese entwaffnende Kraft in jeder kleinen Geste guten Willens zu begreifen“. Dies gelte umso mehr für die Künstler, die in engem Kontakt mit der Jugend stünden und diese in gewisser Weise beeinflussten.

Es brauche ein „globales Dorf der Erziehung“, in dem ein Netzwerk menschlicher Beziehungen als „beste Medizin“ gegen Diskriminierung und Isolierung errichtet werde und Kunst in all ihren Varianten ihren Platz finde, teilte Franziskus daraufhin seine Vision mit den Gästen: „Alle diese Ausdrucksformen der menschlichen Kreativität können ,Kanäle‘ von Geschwisterlichkeit und Frieden unter den Völkern der Menschheitsfamilie sein, so wie auch vom Dialog unter den Religionen.“

Der Papst dankte den Künstlern abschließend für ihren Beitrag, den sie für die Förderung der in diesem Jahr ausgewählten Projekte in Amazonien leisteten. Lionel Ritchie, Bonnie Tyler und Susan Boyle sind nur einige der international bekannten Künstler, die auf Einladung der Kongregation für die katholische Bildungslehre beim mittlerweile 27. Benefiz-Konzert in der vatikanischen Audienzhalle das Publikum begeistern werden. Der Erlös kommt zwei Projekten zugute, die in der Region Amazoniens tätig sind und durch die Bildungsstiftung „Scholas Occurrentes“ sowie durch die Salesianer Don Boscos getragen werden.

(vatican news - cs)

13 Dezember 2019, 12:48