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Päpstliches Angelusgebet am 26. Dezember Päpstliches Angelusgebet am 26. Dezember  (Vatican Media)

Papst über heiligen Stephanus: „Sieg des Lebens über den Tod“

Am zweiten Weihnachtstag hat Papst Franziskus zu einer Erneuerung aus dem Glauben aufgerufen. Anlässlich des Festes des heiligen Stephanus erinnerte er beim Angelus-Gebet auf dem Petersplatz an die Bedeutung von Liebe und Selbsthingabe im christlichen Leben.

Anne Preckel – Vatikanstadt

 

Stephanus war um das Jahr 40 aufgrund seines Glaubens zu Tode gesteinigt worden; er gilt als erster christlicher Märtyrer.

Sieg der Liebe und des Lebens

Papst Franziskus ging beim Angelus-Gebet auf die letzten Momente des Stephanus ein, von denen in der Tagesliturgie die Rede ist: seine Gefangennahme und Steinigung (vgl. Ag 6,12 und 7,54-60).

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„In der freudigen Atmosphäre von Weihnachten mag diese Erinnerung an den ersten Christen, der für den Glauben getötet wurde, fehl am Platz erscheinen. Doch gerade aus der Perspektive des Glaubens steht die heutige Feier im Einklang mit der wahren Bedeutung von Weihnachten. Im Martyrium des Stephanus siegt nämlich die Liebe über die Gewalt, das Leben über den Tod: In der Stunde des höchsten Zeugnisses sieht er zum offenen Himmel empor und vergibt seinen Verfolgern (cfr v. 60).“

Liebe und Selbsthingabe

Dieser junge Diener des Evangeliums habe es verstanden, „mit Worten, vor allem aber durch das Zeugnis seines Leben von Jesus zu erzählen“, formulierte der Papst. An ihm werde sichtbar, wie sich das Versprechen Jesu an seine Jünger erfülle: „Wenn sie euch aber ausliefern, macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt… Denn nicht ihr werdet dann reden, sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden“ (vgl. Mt 10,19-20). Dazu der Papst:

„In der Schule des heiligen Stephanus, der seinem Meister im Leben und im Tod ähnlich wurde, halten auch wir unseren Blick auf Jesus gerichtet, den treuen Zeugen des Vaters. Wir lernen, dass die Herrlichkeit des Himmels, die Herrlichkeit des ewigen Lebens, nicht aus Reichtum und Macht besteht, sondern aus Liebe und Selbsthingabe.“  

Erstes Zeugnis unser Menschsein

Der Papst ermutigte dazu, wie Stephanus inmitten täglicher Herausforderungen und Prüfungen „den Blick fest auf Jesus gerichtet“ zu halten.

„Für uns Christen ist der Himmel nicht mehr fern, von der Erde getrennt: in Jesus ist der Himmel auf die Erde herabgekommen. Und dank ihm, durch die Kraft des Heiligen Geistes, können wir all das, was menschlich ist, annehmen und auf den Himmel ausrichten. Damit das erste Zeugnis gerade unser Menschsein ist, das in einer Lebensweise zum Ausdruck kommt, die Jesus nachahmt: sanft und mutig, demütig und edel, gewaltlos und stark.“

Quelle der Inspiration für Glaubenserneuerung

Stephanus war einer der ersten sieben Diakone der Kirche, erinnerte Franziskus. Er lehre uns, Christus durch Geschwisterlichkeit und Liebe zu verkünden. Sein Zeugnis und Martyrium seien so „eine Quelle der Inspiration für die Erneuerung unserer christlichen Gemeinschaften“, betonte der Papst, der zu erneuertem missionarischen Geist aufrief:

„Sie sind dazu aufgerufen, immer missionarischer zu werden, auf die Evangelisierung ausgerichtet; entschlossen, die Männer und Frauen an den existenziellen und geographischen Peripherien zu erreichen, wo ein größerer Durst nach Hoffnung und Heil besteht. Gemeinschaften, die nicht der weltlichen Logik folgen, nicht sich selbst in den Mittelpunkt stellen, sondern einzig die Herrlichkeit Gottes und das Wohl der Menschen, vor allem der Kleinsten und der Armen.“

Abschließend rief der Papst zum Gedenken an „alle Märtyrer von gestern und heute“ auf.

(vatican news – pr)

26 Dezember 2019, 12:37