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Der Papst und die Paulus-Schwestern Der Papst und die Paulus-Schwestern  (Vatican Media)

Papst: Mit Hilfe des Heiligen Geistes Berufungsmangel anpacken

Er sei sich bewusst, dass die katholische Kirche in Sachen Berufungen für das geweihte Leben in einer Krise stecke. Doch dürfe man jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken, so der Papst an diesem Freitag bei einer Audienz für die Paulus-Schwestern, einer Frauenkongregation, die 1915 gegründet wurde.

Mario Galgano – Vatikanstadt

Franziskus betonte vor den 68 Mitgliedern der Ordensgemeinschaft der Paulus-Schwestern eine Grundhaltung der Evangelisierung, den Aufbruch aus dem Glauben heraus. Diese Bereitschaft, sich in Bewegung zu setzen, sich dem Versprechen anzuvertrauen, sei eine Erfahrung der Gnade, so der Papst. 

„Die Heilsgeschichte, sowohl des einzelnen Menschen als auch des Volkes, wurzelt in der Bereitschaft zu gehen, sich auf den Weg zu machen, nicht aus eigener Initiative heraus, sondern als Antwort auf den Ruf und indem man sich dem Versprechen anvertraut. Es ist die Erfahrung der Gnade - wie der heilige Paulus sagen würde -, die uns in Jesus Christus gegeben wurde. So sagt der Herr: Ihr habt nicht mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt. Und das gilt nicht nur für den Ruf, sondern auch für unsere Gegenwart und unsere Zukunft: Ohne den Herrn können wir nichts tun.“

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Im Vertrauen auf die Verheißung, die in der Begrüßung der frischgewählten Generaloberin, Schwester Anna Caiazza, eingeführt wurde, erinnerte der Papst an die Erfahrungen von Mose, Abraham, Elias und ganz allgemein „des Volkes Gottes“.

„Kühnheit“ des Heiligen Geistes hilft in schwierigen Zeiten

Er kam dann auf das Thema der Berufungen zu sprechen. Diese seien knapp, das Durchschnittsalter immer älter, und das habe bei vielen zu „Resignation“ geführt, merkte er an. Jedoch könne die Kirche mit der „Kühnheit“ des Heiligen Geistes die Frohe Botschaft auch in schwierigen und heiklen Zeiten vermitteln, um die Peripherien des Denkens sowie die existentiellen Peripherien erreichen zu können, zeigte sich der Papst zuversichtlich.

Und nach seiner Rede grüßte er jeden Gast persönlich
Und nach seiner Rede grüßte er jeden Gast persönlich

In Anlehnung an das Lehramt des heiligen Johannes Paul II. erinnerte Franziskus daran, dass „in diesen heiklen und schweren Zeiten“ der Glaube „mehr denn je“ notwendig sei.

„Viele sagen, dass das geweihte Leben einen Winter erlebt. Es mag so sein, denn die Berufungen sind knapp, das Durchschnittsalter wird immer älter und die Treue zu den Verpflichtungen des Berufsstandes ist nicht immer die, die sie sein sollte. In dieser Situation besteht die große Herausforderung darin, den Winter zu überstehen, um dann im Frühling zu blühen und Früchte zu tragen.“

Rückkehr zu den Wurzeln

Die „Kälte der Gesellschaft, manchmal auch innerhalb der Kirche und im Ordensleben“ dränge die Kirche dazu, zu den eigenen Wurzeln zurückzugehen, so der Papst weiter. Dies sei eine Chance.

„Der Winter, auch in der Kirche und im geweihten Leben, ist keine Zeit der Sterilität und des Todes, sondern eine günstige Zeit, die es uns erlaubt, zum Wesentlichen zurückzukehren. Für euch Paulus-Schwestern heißt das: die Elemente der paulinischen Prophetie wiederzuentdecken, die apostolische und missionarische Reiseroute wiederzuentdecken, die in einer Tochter des heiligen Paulus nicht fehlen darf, damit wir von den Peripherien des Denkens und von den Peripherien der Existenz leben können.“

Die Paulus-Schwestern wurden 1915 vom Seligen Giacomo Alberione in Norditalien gegründet. Ihr Charisma ist die Verkündigung des Evangeliums durch die Massenmedien. Die über 2.000 Ordensschwestern sind in 52 Ländern vertreten.

(vatican news)

04 Oktober 2019, 13:15