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Der Papst an Afrikas Jugend: Szene vom Ort der Begegnung in Maputo Der Papst an Afrikas Jugend: Szene vom Ort der Begegnung in Maputo  (AFP or licensors)

Papst Franziskus: Junge Menschen sind die Freude dieser Erde

Über die Macht der Angst und die unendliche Kraft der Träume hat Papst Franziskus vor tausenden Jugendlichen in Maputo, der Hauptstadt Mosambiks, gesprochen. Bei dem interreligiösen Treffen im Maxaquene Stadion betonte er, wie wichtig die ansteckende Lebensfreude und Hoffnung der jungen Menschen sei. Der Papst erinnerte auch an die zwei Wirbelstürme Idai und Kenneth, die Mosambik zu Beginn des Jahres mit verheerenden Folgen getroffen hatten.

Bernadette Weimer - Vatikanstadt

Es war farbenfroh im Stadion, Musik und Tanz rahmten die Begegnung, in einer temperamentvollen Choreografie verdeutlichten junge Männer und Frauen den Weg ihres Landes vom Krieg zum Frieden. Franziskus hob die besondere Bedeutung der jungen Menschen hervor – für Mosambik und die Kirche. Es brauche jeden Einzelnen, denn so „seid ihr das schlagende Herz dieses Volkes“, würdigte sie der Papst. Jeder habe die Möglichkeit, einen kreativen Plan zu verfolgen und eine neue Seite der Geschichte zu schreiben. „Ihr sollt es wissen, ihr müsst uns glauben: Ihr seid wichtig! Aber mit Demut, ihr seid nämlich nicht nur die Zukunft Mosambiks oder der Kirche und der Menschheit; ihr seid die Gegenwart: ihr seid die Gegenwart Mosambiks. Mit allem, was ihr seid und tut, tragt ihr jetzt schon mit dem Besten, was ihr heute geben könnt, zur Zukunft bei.“

Zum Nachhören

Zuvor hatten die Jugendlichen Papst Franziskus zwei Fragen gestellt, denen er sich dann in seiner Ansprache widmete: „Was sollen wir tun, damit die Träume der jungen Menschen wahr werden?“ und „Was sollen wir tun, damit die jungen Menschen sich bei den Problemen einbringen, die unser Land bedrücken?“  Der Papst sagte, die Jugendlichen hätten bereits auf diese Fragen geantwortet: „Mit der Kunst, mit der Musik, mit dem kulturellen Reichtum - immer mit Augen voller Hoffnung, voller Zukunft und auch voller Träume“.

Über alle Unterschiede hinweg

Er rief die Jugendlichen dazu auf, sich nicht den Mut und die Freude nehmen zu lassen, und warnte vor Angst und Resignation, die Hoffnungen töten könnten. „Sie sind große Feinde des Lebens, denn sie treiben uns für gewöhnlich auf einen auf einen leichten selbstzerstörerischen Pfad; und die Maut, die sie verlangen, ist sehr hoch. Man bezahlt mit dem eigenen Glück und sogar mit dem eigenen Leben“, so der Papst.

Dass es sich lohnt, seine Träume zu verfolgen, habe der Fußballer Eusébio da Silva, der „schwarze Panther“, unter Beweis gestellt, erinnerte Franziskus unter dem aufbrandenden Applaus der Jugendlichen. Da Silva begann in Maputo Fußball zu spielen und sowohl der frühe Tod seines Vaters als auch die finanzielle Not seiner Familie hielten ihn nicht davon ab, seine Träume weiter zu verfolgen - bis er ein erfolgreicher Fußballspieler war. Wie im Fußballspiel komme es auch in der heutigen Zeit darauf an, gemeinsam etwas zu schaffen, „eins sein, nämlich eins sein über alles hinweg, was euch unterscheiden mag, und immer die Möglichkeit suchen, die Träume eines besseren Landes wahr werden zu lassen, doch … gemeinsam,“ beschwor der Papst seine jungen Zuhörer.

Unser gemeinsames Haus schützen

Franziskus ging es in seiner Ansprache jedoch auch um die älteren Menschen: Bei der Verwirklichung dieser Träume könnten den Jungen die Senioren helfen. Deswegen rief er die Jugend dazu auf, die Älteren nicht auszuschließen: „Die Alten sind eure Wurzeln,“ betonte er. Gleichzeitig forderte der Papst, dass die Jugendlichen selbst denken, ihre eigenen Schlüsse ziehen sollten: „Habt ihr es nicht so mit eurer Musik gemacht? Den traditionellen Rhythmus Mosambiks, den „Marrabenta“, habt ihr mit anderen modernen Rhythmen verbunden, und so ist der „Pandza“ entstanden.“

Mosambik, das noch unter den Folgen eines Jahrzehnte währenden politischen Konflikts leidet, wolle den mühsam hergestellten Frieden stärken. Die Gemeinschaft der Jugendlichen, der Zusammenhalt aller Menschen könne das unterstützen und auch dazu beitragen, die dramatischen Folgen der beiden Wirbelstürme, die Mosambik im März und April getroffen hatte, gemeinsam zu überwinden. Die Aufagbe aller sei es, „unser gemeinsames Haus zu bewahren“, der sich schon viele junge Menschen angenommen hätten.

Abschließend gab der Papst den Jugendlichen mit auf den Weg, dass jeder von ihnen von Gott geliebt sei. „Gott liebt euch, und darin stimmen alle religiösen Traditionen überein“. Diese Liebe mache Versöhnung möglich, schenke Hoffnung und Frieden.

Zum Abschluss der Begegnung überreichte eine junge Frau dem Papst als Geschenk eine Mbira, ein traditionelles Musikinstrument aus der Region.

(vatican news)

05 September 2019, 11:33