Papst Franziskus bei der Generalaudienz Papst Franziskus bei der Generalaudienz 

Papst bei Generalaudienz: Märtyrer sind die wahren Gewinner

In seiner Katechese im Rahmen der Generalaudienz stellte Papst Franziskus an diesem Mittwoch die Gestalt des Diakons Stephanus in den Mittelpunkt: Den ersten christlichen Märtyrer, der erfüllt vom Heiligen Geist große Wunder und Zeichen im Volk vollbrachte und damit den Hass der Mitglieder der Synagoge auf sich zog.

Claudia Kaminski - Vatikanstadt

Franziskus betonte in seiner Katechese zwei von der Lesung inspirierte Aspekte: Diakonat und Martyrium. Die Apostelgeschichte berichte von der „Reise des Evangeliums um die Welt“, aber auch, so der Papst, über „die Entstehung bestimmter Probleme" innerhalb der christlichen Gemeinschaft, die sich aus Juden und Griechen zusammensetzte. Da heißt es, es ginge um die „Empfindlichkeiten“ von Nichtjuden. So entstand „Zwietracht durch Gerede, durch Geschwätz: Die Griechen regten sich über die Unachtsamkeit der Gemeinschaft gegenüber ihren Witwen auf.“ Gemeinsam hätten die Apostel nach Lösungen gesucht und beschlossen, die Aufgaben, die Verkündigung des Evangeliums und die Fürsorge aufzuteilen. 

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Errichtung des Diakonats

Sie schafften, so Franziskus, einen Kern von „sieben Männern von gutem Ruf, voll vom Heiligen Geist und von Weisheit" (Apg 6,3), die sich nach dem Handauflegen um den Dienst an den Tischen kümmern sollten. Abweichend von seinem Redemanuskript erläuterte der Papst die tatsächliche Rolle des Diakons:
„Diakone - sie werden "Diakone" genannt - werden dafür geschaffen, für den Dienst. Der Diakon in der Kirche ist kein Priester an zweiter Stelle: nein, nein, nein. Es ist etwas anderes. Der Diakon ist nicht für den Altar, nein: er ist für den Dienst bestimmt. Er ist der Hüter des Dienstes in der Kirche. Wenn ein Diakon zu gerne zum Altar geht, liegt er falsch. Das ist nicht seine Aufgabe. Und die Apostel weihen die Diakone.“

„Verleumdung tötet. Immer.“

Unter diesen Diakonen sei eben auch Stephanus gewesen. Gegen ihn hätten seine Gegner „die kleinlichste Lösung, um einen Menschen zu vernichten, gewählt: Verleumdung oder Falschaussage.“ Franziskus fügte hinzu, dass Verleumdungen töten. Immer. So wurde auch Stephanus von falschen Zeugen beschuldigt und gesteinigt:

„Aber er offenbart den wahren Stoff, aus dem ein Jünger Christi gemacht ist. Er sucht keine Schlupflöcher, er appelliert nicht an Persönlichkeiten, die ihn retten können, sondern legt sein Leben wieder in die Hände des Herrn – „Herr Jesus, nimm meinen Geist auf" (Apg 7,59) - und stirbt als Sohn Gottes, der vergibt: „Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an" (Apg 7,60).

Märtyrer sind Menschen aus Fleisch und Blut

Diese Haltung sei die Identität der Kinder Gottes: Das Leben in die Hände Gottes zu geben, und für die zu beten, die uns beleidigen, so Franziskus. Abschließend betonte der Papst, dass die Märtyrer keine „Santini“, keine Heiligenbildchen seien, sondern Männer und Frauen aus Fleisch und Blut, die wie es in der Offenbarung heißt, „ihre Kleider gewaschen und im Blut des Lammes weiß gemacht haben" (7,14). Sie seien die wahren Gewinner, so Franziskus. Und merkte zudem an, dass unsere heutige Zeit reicher an Märtyrern sei, als die Zeit der frühen Christenheit.

(vatican news)

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Eindrücke von der Generalaudienz
25. September 2019, 11:11