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Sala Clementina: Papst Franziskus begrüßt die Teilnehmer des Generalkapitels des Augustinerordens Sala Clementina: Papst Franziskus begrüßt die Teilnehmer des Generalkapitels des Augustinerordens  (ANSA)

Papst an Augustiner: Zeugen der Liebe Gottes sein

Gemeinsam den Weg zu gehen, der auf Gott ausgerichtet ist, bedeutet auch, die Liebe zum Zentrum des Ordenslebens zu machen. Eine Liebe, die von der kontinuierlichen Suche nach Gott genährt wird. Daran erinnerte der Papst die Teilnehmer des Generalkapitels des Augustinerordens, die er an diesem Freitag in Audienz empfangen hat.

Silvia Kritzenberger - Vatikanstadt

Die erste Herausforderung für die Personen des geweihten Lebens bestehe darin, „gemeinsam die Erfahrung Gottes zu machen, um dieser Welt Gott auf eine klare und mutige Weise zu zeigen, die weder Kompromiss noch Zögern kennt“, sagte Papst Franziskus zu den etwa 150 Ordensmännern, die sich in der vatikanischen „Sala Clementina“ versammelt hatten.

„Ihr Augustiner seid berufen, diese warme, lebendige, sichtbare und ansteckende Liebe der Kirche durch ein Gemeinschaftsleben zu bezeugen, das die Gegenwart des Auferstandenen und seines Geistes zum Ausdruck bringt. Die Einheit in der Liebe ist ein zentraler Punkt in der Erfahrung und Spiritualität des hl. Augustinus und die Grundlage des gesamten augustinischen Lebens,“ betonte Franziskus und erinnerte die Anwesenden an die große Verantwortung, die auf ihren Schultern lastet.

Das Salz des Glaubens nicht verwässern lassen

Unter Hinweis auf das Apostolische Schreiben „Evangelica testificatio“, das Papst Paul VI. 1971 über das Ordensleben verfasste, stellte Franziskus heraus, dass die Tradition der Kirche ein privilegiertes Zeugnis der kontinuierlichen Suche nach Gott und der einzigartigen und ungeteilten Liebe zu Christus anbiete. Schon Paul VI. habe davor gewarnt, dass die Liebe, die die Kirche belebt, ohne dieses konkrete Zeichen Gefahr laufe, abzukühlen, das „Salz“ des Glaubens in einer säkularisierten Welt riskiere, „verwässert“ zu werden.

Alles auf Gott ausrichten

Lobende Worte fand der Papst für die Art und Weise, wie im Augustinerorden Gemeinschaft gepflegt wird.

„Die Gemeinschaft, die die kleinen Details der Liebe bewahrt, wo die Mitglieder sich umeinander kümmern und einen offenen und evangelisierenden Raum bilden, ist Ort der Gegenwart des Auferstandenen, der sie entsprechend dem Heilsplan des Vaters heiligt“, zitierte er aus seinem Apostolischen Schreiben Gaudete et exsultate.

Ein Herz und eine Seele sein

Diese Flamme der brüderlichen Liebe – dieses „ein Herz und eine Seele“-Sein, wie es in der Apostelgeschichte hieße – werde nur dann nicht verlöschen, wenn sie von der kontinuierlichen Suche nach Gott genährt werde, führte der Papst weiter aus. Und auf dieser Suche nach Gott solle man auch zulassen, von Gott gesucht zu werden; und nicht erlauben, dass diese Suche von anderen Zwecken verdunkelt werde, sollten diese auch noch so großzügig sein. Der Regel des heiligen Augustinus gemäß, sei die Liebe nicht nur der Sinn und Zweck des Ordenslebens, sondern auch seine Mitte, stellte Franziskus fest.

In diesem Zusammenhang erinnerte der Papst an den Brief, den Augustinus an den hl. Hieronymus geschrieben hatte, und in dem er ihm gestand, welch großen Trost er jedes Mal in seiner Gemeinschaft fände, wenn ihn die Skandale der Welt wieder einmal zu erdrücken drohten.

Der Weg der Liebe

Gemeinsam den Weg zu gehen, der zu Gott führt und seinem Volk zu dienen, bedeute auch, die Liebe zum Zentrum des Ordenslebens zu machen, betonte Franziskus und erinnerte abschließend an einen Ausspruch, den Pater Agostino Trapé geprägt hat: „Alles Tun und Denken muss von der Liebe ausgehen.“

Hintergrund

Das 186. Generalkapitel des Augustinerordens wurde am 1. September in Rom eröffnet. Auch das erste Generalkapitel der Augustiner trat in Rom zusammen: im März 1244. Normalerweise findet alle 6 Jahre ein Generalkapitel statt. Es bietet die Gelegenheit, den eingeschlagenen Weg zu analysieren und zu versuchen, Antworten auf die Herausforderungen der Gesellschaft und der Kirche unserer Zeit zu geben.

(vatican news)
 

13 September 2019, 19:47