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Papst Franziskus beim Angelus Papst Franziskus beim Angelus  (ANSA)

Angelus: Demut und Selbstlosigkeit führen zum wahren Gotteslohn

Es sind nicht die Menschen, die über die Wertigkeit eines Mitmenschen entscheiden können. Vielmehr ist es ein demütiges und selbstloses Verhalten, das zum wahren Gotteslohn führt. Das betonte Papst Franziskus beim Angelus an diesem Sonntag auf dem Petersplatz.

Er ging bei seiner Katechese wie gewohnt vom Evangelium des Tages aus. Darin berichtet Lukas, wie Jesus beim Gastmahl eines Pharisäers feststellt, dass die Anwesenden sich darum drängen, jeweils den besten Platz einzunehmen.

„Das ist eine ziemlich verbreitete Haltung – auch in unserer Zeit–, und nicht nur, wenn wir zum Essen eingeladen sind: gewöhnlich will man den ersten Platz einnehmen, um den anderen gegenüber eine vermeintliche Überlegenheit behaupten zu können“, führte Franziskus in seine Überlegungen ein: „In Wahrheit aber schadet dieser Wettlauf um die besten Plätze der Gemeinschaft – der zivilen genauso wie der kirchlichen –, weil er die Geschwisterlichkeit vergiftet.“

Mit dieser Szene konfrontiert, lege Jesus den Anwesenden zwei Gleichnisse vor, fuhr der Papst fort. 

„Das erste Gleichnis ist an die Gäste gerichtet, die zum Gastmahl geladen sind. Jesus fordert sie auf, sich nicht in den Vordergrund zu drängen: ,Denn es könnte ein anderer eingeladen sein, der vornehmer ist als du,‘ warnt er. ,Und dann würde der Gastgeber, der dich und ihn eingeladen hat, kommen und zu dir sagen: Bitte, tritt zurück, mach diesem hier Platz!‘ Eine Schande!“, paraphrasierte der Papst das Tagesevangelium.

Demut schafft authetische Beziehungen

Jesus rate uns jedoch, genau das Gegenteil zu tun und den letzten Platz einzunehmen, so dass es der Gastgeber sei, der uns einen besseren Platz zuweise: „Wir sollen also nicht um die Aufmerksamkeit, die Anerkennung der anderen buhlen, sondern vielmehr darauf warten, dass es die anderen sind, die sie uns schenken. Jesus zeigt uns immer den Weg der Demut auf - wir müssen Demut lernen! - weil es der authentischste Weg ist, der uns auch in die Lage versetzt, authentische Beziehungen zu haben.“

Das zweite Gleichnis sei hingegen an den Gastgeber gerichtet. Dieser solle seine Gästelist nicht danach zusammenstellen, wer von den Gästen ihm nützen könne, sondern selbst versuchen, anderen mit seiner Einladung Gutes zu tun:  

„Auch damit schwimmt Jesus gegen den Strom, bringt wie immer die Logik Gottvaters zum Ausdruck. Und zeigt uns mit folgendem Satz auch auf, wie wir dieses Gleichnis auslegen müssen. Welches ist der Schlüssel? Ein Versprechen: „Es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten“ (v. 14). Wer sich also so verhält, der wird den Lohn Gottes erhalten.“

Mit selbstloser Großzügigkeit Anteil haben an der Liebe Gottes

Dieser Lohn sei „viel größer“ als jede Gegenleistung, die man sich von seinen Mitmenschen erwarten könne, betonte Franziskus, der daran erinnerte, wie die Erwartung einer Gegenleistung auch die zwischenmenschlichen Beziehungen verfälsche und das Gegenteil christlichen Handelns darstelle: „Jesus dagegen lädt uns zur selbstlosen Großzügigkeit ein, um uns so den Weg zu einer viel größeren Freude zu ebnen: der Freude, Anteil zu haben an der Liebe Gottes, der auf jeden von uns wartet, beim Himmlischen Mahl.“

Die Jungfrau Maria helfe uns dabei, uns in unserer eigenen Kleinheit zu erkennen, und schenke uns die Freude, die derjenige erfährt, der „gibt, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten“, schloss der Papst seine Ausführungen.

(vatican news - cs)

01 September 2019, 13:19