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Kardinal Simoni 2018 mit dem Papst Kardinal Simoni 2018 mit dem Papst 

Papst: Ein Brief für die Gefängnis-Insel

Papst Franziskus hat den Häftlingen auf der Insel Gorgona einen Brief geschrieben. Zugestellt hat diesen Brief ein albanischer Kardinal.

Stefan von Kempis – Vatikanstadt

220 Hektar misst die Gefängnis-Insel vor der Küste der Toskana – zum Vergleich: Der Vatikan hat 44 Hektar. Die Häftlinge arbeiten bei einem Projekt mit, das die Natur der Insel bewahrt und sie zugleich für den Tourismus erschließt.

Vor einiger Zeit haben die etwa neunzig Häftlinge, die von 25 Justizbeamten bewacht werden, dem Papst einen Brief geschrieben. Dafür bedankte sich Franziskus nun mit einer schriftlichen Antwort. „Ich kenne die Lage in den Gefängnissen, die nicht immer einfach ist“, so der Papst, der bei Reisen in Italien in der Regel auch Haftanstalten besucht. „Die Kirche ist diesen Orten des Schmerzes und der Sühne immer nahe.“

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Knacki-Kardinal aus Albanien

Alle machten „Fehler im Leben“: „Wir sind alle Sünder. Und wir alle müssen deshalb um Vergebung bitten und uns auf einen Weg der Wiedereingliederung in die Gemeinschaft machen. Der Herr verzeiht uns immer, er wird des Verzeihens nie müde.“ Franziskus ermuntert die Häftlinge außerdem, „immer vertrauensvoll in die Zukunft zu sehen“.

Es war der 91-jährige Kardinal Ernst Simoni, der den Papstbrief nach Gorgona brachte. Der albanische Geistliche weiß, wie das Leben in Haft ist: Während der kommunistischen Diktatur musste er 25 Jahre Zwangsarbeit leisten.

„Fünf-Sterne-Hotel“

Seit einiger Zeit lebt Simoni, den Franziskus zum Kardinal erhoben hat, in Florenz, von dort kam er am Wochenende zu einer Messfeier und einem Mittagessen nach Gorgona. Dabei konnte er sich nicht die Bemerkung verkneifen, dass die Haftanstalt in Gorgona im Vergleich zu den kommunistischen Gefängnissen Albaniens „ein Fünf-Sterne-Hotel“ sei.

Simonis Geschichte habe die Häftlinge sehr „berührt“, sagte Carlo Mazzerbo, der Gefängnisdirektor, im Gespräch mit Radio Vatikan. Und er berichtete, der Kardinal habe sich die Arbeitsstätten der Häftlinge zeigen lassen. Offenbar ist die kleine Gefängnisinsel in dieser Hinsicht vorbildlich; wie Mazzerbo betont, arbeite seine Anstalt in einigen landwirtschaftlichen Projekten sogar mit Universitäten zusammen.

Vielleicht kommt ja auch Papst Franziskus mal in Gorgona vorbei?

(vatican news)
 

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24. Juni 2019, 10:49