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Der Papst bei der Generalaudienz, Gläubige aus China schwenken eine Flagge Der Papst bei der Generalaudienz, Gläubige aus China schwenken eine Flagge  (ANSA)

Papst drückt katholischen Gläubigen in China seine Nähe aus

Bei der Generalaudienz hat Papst Franziskus an diesem Mittwoch seine „besondere Nähe und Zuneigung“ zu allen katholischen Gläubigen in China ausgedrückt. „Unter täglichen Mühen und Prüfungen“ würden die Katholiken in der Volksrepublik fortfahren zu glauben, zu hoffen und zu lieben, sagte der Papst, der die chinesischen Gläubigen zugleich zur Einheit mit der Weltkirche aufrief.

In zwei Tagen, am 24. Mai, begehen Chinas katholische Gläubige das Fest der Muttergottes von Sheshan, die im Reich der Mitte als „Helferin der Christen“ angerufen wird. „Liebe Gläubige in China, eure Mutter im Himmel möge euch allen helfen, Zeugen der Nächstenliebe und der Geschwisterlichkeit zu sein und euch immer in der Einheit der Universalkirche zu halten. Ich bete für euch und ich segne euch“, so der Papst, ehe er auf dem Petersplatz ein Avemaria für die Anliegen der Kirche in China anstimmte.

Papst Benedikt XVI. hatte den 24. Mai als weltweiten Gebetstag für die Kirche in China ausgerufen. Der Heilige Stuhl und China bemühen sich um eine Beilegung ihrer Konflikte. Im September 2018 hatten beide Seiten nach jahrelangen, stillen Verhandlungen ein vorläufiges Abkommen über die Streitfrage der Bischofsernennungen geschlossen, das allerdings auch manche Kritik erfahren hatte.

Freie Weitergabe des Glaubens in China wird schwieriger

Auch nach der Vereinbarung zwischen China und dem Vatikan bleibt die Spaltung zwischen der sogenannten „Untergrundkirche“ und der regierungstreuen „offiziellen“ Kirche in China bestehen, meldet etwa an diesem Mittwoch die deutsche Provinz der Steyler Missionare; der Ordensgangehörige Pater Martin Welling leitet das China-Zentrum in Sankt Augustin und gilt als einer der besten Kenner der katholischen Kirche in dem asiatischen Land. Aufgrund verschärfter Vorschriften für Religionsangelegenheiten würden Kirchengebäude zerstört, Gebetsräume geschlossen und Kindern der Besuch von Gotteshäusern verboten. Eine freie Weitergabe des Glaubens sei so „kaum noch möglich“.

Der Weltgebetstag am kommenden Freitag solle genau auf solche Probleme hinweisen und den Christen in China Mut machen“, heißt es in der Mitteilung der Steyler Missionare. Papst Benedikt und Papst Franziskus hätten „erkannt, dass die Lage für die gespaltene Kirche in China immer ernster“ werde. Er hoffe, wird Pater Welling zitiert, „dass sich viele Menschen am Weltgebetstag beteiligen, damit sich Wege auftun, wie die Einheit der Katholiken in China verwirklicht werden kann.“

(vatican news/pm – gs)

22 Mai 2019, 11:19