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Vatican News

Papst: „Glauben ist heute nicht schwieriger als früher“

„Glauben ist heutzutage nicht schwieriger als in anderen Epochen der Kirche – es ist nur anders.“ Das sagte Papst Franziskus an diesem Donnerstag zu Jugendlichen aus Frankreich, die er im Vatikan empfing.

„Viele denken, dass es heute schwieriger ist, sich Christen zu nennen und den Glauben an Christus zu leben. Und Ihr macht sicher auch die Erfahrung dieser Schwierigkeiten oder sogar Prüfungen. Tatsächlich ist der derzeitige Rahmen nicht einfach, auch wegen der schmerzlichen und komplexen Frage des sexuellen Missbrauchs, begangen von Kirchenleuten. Trotzdem will ich Euch sagen, dass Glauben heutzutage nicht schwieriger ist als in anderen Epochen der Kirche – es ist nur anders.“

Die Kirche gehe schon „seit zweitausend Jahren voran“ und teile Freud und Leid, Trauer und Ängste der Menschen, so Franziskus mit einer Anspielung auf eine berühmte Formulierung des Zweiten Vatikanischen Konzils. „Sie geht so vorwärts, wie sie ist, ohne Schönheitsoperation.“

“ Die Kirche ist heilig, aber aus Sündern zusammengesetzt ”

Auf die schwere Krise der Kirche in Frankreich ging Franziskus nicht weiter ein. Der bekannte Politikwissenschaftler Olivier Roy bescheinigt der Kirche in einem Interview mit der Tageszeitung „Le Monde“ von diesem Donnerstag, „ein Glaubwürdigkeitsproblem zu haben“. Die Kirche spreche mit gespaltener Zunge: „Härte gegenüber den Laien bei Normen, die als nicht verhandelbar gelten, einerseits, und Toleranz angesichts der Fehltaten von Priestern“.

Franziskus ermunterte seine französischen Zuhörer, „mit Jesus verbunden zu bleiben“. „Die Kirche ist heilig, aber aus Sündern zusammengesetzt. Mögt ihr in ihr erkennen, welches das Wort, welches die Botschaft Jesu ist, die Gott durch euer Leben an die Welt richten will! Schlagt Wurzeln in der Liebe Gottes, damit die Kirche dort, wo ihr lebt, geliebt wird.“

(vatican news – sk)
 

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Eindrücke von der Audienz im Vatikan
25 April 2019, 11:41