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Vatican News

Papst würdigt „Schülerstreik für die Umwelt“

Papst Franziskus hat ein neues internationales Bildungsprojekt gestartet. Am Donnerstagabend begab er sich dafür in das römische Quartier Trastevere, um beim Sitz „seiner“ Stiftung Scholas Occurentes den Startschuss zu geben. Dabei würdigte er auch die derzeitigen Schülerproteste weltweit, die einen verstärkten Einsatz für den Umweltschutz verlangen.

Mario Galgano – Vatikanstadt

Auch beim neuen Projekt geht es um die Förderung von Frieden auf der Welt durch Schulbildung. Dazu führte Franziskus beim Sitz von Scholas Occurrentes in Rom per Videokonferenz einige Dialoge mit Jugendlichen in den Büros der Organisation auf der Welt. „Junge Menschen sind nicht die Zukunft, sie sind die Gegenwart, die jetzige Stunde, die Stunde Gottes“, sagte der Papst und drängte darauf, die Kreativität und Stärke der Jugend zu fördern, ohne sie zähmen zu wollen. Den jungen Gesprächspartnern sagte der Papst:

„Wir haben gesehen, wie junge Menschen in verschiedenen Städten der Welt in diesen Tagen auf die Straße gegangen sind, um den Schutz der Umwelt und der Erde zu verlangen. Junge Menschen haben eine unvorstellbare Macht, sie sind kreativ“, fuhr Franziskus fort und betonte die Notwendigkeit, ihre Kreativität zu nutzen und nicht, sie zu bändigen. „Sie sind nicht die Zukunft – fügte er hinzu – sie sind die Gegenwart, die Stunde Gottes. Wir müssen diesen Ausdruck ,Zukunft´ korrigieren.“ Dann warnte er: „Es ist gut zu protestieren, die eigenen Gründe geltend zu machen, aber Protest allein reicht nicht aus, wir müssen aufbauen und aktiv werden. Und wenn wir daran arbeiten, etwas gemeinsam zu tun, zu bauen, dann ist es möglich, dass Tausende von Fehlern gemacht werden, aber es ist besser, Fehler zu machen, indem man etwas tut, anstatt mit verschränkten Armen zu warten.“

Zum Nachhören

Ehrgeiziges und konkretes Projekt

Die neue Initiative ist ein ehrgeiziges, aber gleichzeitig konkretes Projekt, an dem Experten für Informationstechnologie und neue Technologien beteiligt sind. Es soll Millionen junger Menschen auf der ganzen Welt ermöglichen, sich aus ethischer Sicht „auszubilden“ und sich noch stärker und engagierter für die Suche nach Frieden einzusetzen, erläuterten die Verantwortlichen von Scholas Occurentes. Papst Franziskus eröffnete mit einem Besuch im vatikanischen Hauptsitz von Scholas Occurrentes im „römischen Palazzo“ von San Calisto in Rom die Initiative.

Ziel des Scholas Occurentes-Netzwerks, das 2013 vom Papst persönlich ins Leben gerufen wurde und heute über 450.000 Bildungseinrichtungen in 190 Ländern verfügt, ist es, öffentliche und private Schulen verschiedener Konfessionen an „der Verwirklichung eines Traums“ zu beteiligen: die Welt in eine Gemeinschaft ohne Mauern zu verwandeln, in der alle Kinder, insbesondere die Ärmsten, im Zeichen des Friedens und des Gemeinwohls leben und handeln können.

Nach dem Start einer von drei jungen Programmierern entwickelten App (Smartphone-Anwendung) sprach der Papst mit den anwesenden Kindern und hörte sich die Zeugnisse derjenigen an, die an künstlerischen, sportlichen und technologischen Programmen teilnahmen. Während des Treffens ergriffen einige Jugendliche des neuen Scholas Occurentes-Büros in Panama, dem Schauplatz des letzten Weltjugendtages, das Wort. Weitere Büros in Portugal, wo der nächste Weltjugendtag stattfinden wird, und in Rumänien, waren ebenfalls per Videokonferenz mit dem Papst verbunden. Auch die beiden italienischen Städte Mailand und Pistoia waren per Videoverbindung zugeschaltet. In Pistoia hatten sich die Schüler in einem Benediktinerinnen-Kloster versammelt, während in Mailand Scholas eine Partnerschaft mit der Casa Pediatrica des Fatebenefratelli-Spitals, einem Auffangzentrum für Opfer von Mobbing und Cybermobbing, eingegangen ist.

Das Treffen endete mit einer starken symbolischen Geste. Einige Jugendliche füllten eine Amphore mit gesegnetem Wasser und verteilten es dann an alle Anwesenden. „Möge Gott uns lebendiges Wasser bringen“, betete Franziskus, der dann die anwesenden Jugendlichen einen nach dem anderen begrüßte, bevor er in den Vatikan zurückkehrte.

(vatican news)

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Ein paar Eindrücke von dem Treffen
22 März 2019, 10:40