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Papst an Politiker: Einander kennen lernen als Basis für den Frieden

Eigentlich haben es die Katholiken in der Slowakei und in der Tschechischen Republik derzeit schwer. Ihre Länder werden immer stärker säkularisiert. Sie sollen aber nicht den Mut verlieren, so der Papst an diesem Freitagvormittag. Franziskus empfing eine Delegation von Parlamentariern aus der Tschechischen Republik und der Slowakischen Republik.
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Mario Galgano – Vatikanstadt

Vor fast genau einer Woche musste die christdemokratische Partei in der Slowakei eine Wahlschlappe einstecken, die der frühere christdemokratische Parlamentspräsident Frantisek Miklosko als „dramatischen Moment für den slowakischen Katholizismus“ bezeichnete. Darauf ging der Papst bei der Audienz an diesem Freitag zwar nicht ein, dafür forderte er aber eine Neubewertung der christlichen Wurzeln, um eine Gesellschaft der Gastfreundschaft und Solidarität aufzubauen. Das Evangelium schwäche nicht das, was in den lokalen Kulturen authentisch sei, sondern helfe, Güte, Wahrheit und Schönheit zu erreichen. Um Frieden zu schaffen, müsse man bereit sein, einander besser kennenzulernen.

Die östliche Lunge der Kirche in Europa

Diesen Auftrag richtete der Papst an die Delegation von Parlamentariern aus der Tschechischen Republik und der Slowakischen Republik, die zum 1150. Todestag des Slawenapostels Kyrill in den Vatikan gekommen waren. Kyrill, der am 14. Februar 869 in Rom starb, war zusammen mit Method einer der beiden Missionsapostel in den slawischen Ländern. Seit Papst Johannes Paul II. Kyrill und Method 1980 zu „Patronen Europas“ ernannt hat, sind sie sozusagen die „östliche Lunge“ der Kirche Europas.

Tschechien und die Slowakei  waren früher durch Zwang ein einziger Staat: in der früheren Tschechoslowakei herrschte während der sowjetischen Zeit eine grausame Christenverfolgung. Die „Trennung“ und somit die Gründung der beiden Staaten führte in den 1990er Jahren zu einem friedlichen Beieinandersein. Das friedliche Zusammenleben war eines der Hauptthemen der Ansprache des Papstes:

„Ich hoffe, dass ein so bedeutendes spirituelles und kulturelles Erbe bei allen Ihren Mitbürgern den Wunsch nach Begegnung und Offenheit den anderen gegenüber wecken wird. Es geht darum, zu wissen, wie man in Vielfalt zusammenleben kann, und zwar durch Dialog, Teilen und das Bauen von Brücken. Dies kann die Barrieren des Misstrauens und der Vorurteile überwinden helfen und uns zu Zeugen der Solidarität, zu Friedensstiftern, machen.“

(vatican news)

22 März 2019, 11:05