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Kardinal Sandri vertritt den Papst in Ägypten Kardinal Sandri vertritt den Papst in Ägypten 

Papstbrief: Nein zu religiös motivierter Gewalt

Nicht der Versuchung der Gewalt erliegen, vor allem wenn sie unter religiösen Vorwänden gebraucht wird, sondern den Frieden und Dialog fördern. Diese Botschaft kommt von Papst Franziskus anlässlich der 800-Jahr-Feier des historischen Treffens zwischen dem heiligen Franz von Assisi und Sultan al-Malik in Ägypten.

Der lateinische Brief, den Papst Franziskus an seinen Sondergesandten für die Feierlichkeiten in Ägypten, Kardinal Leonardo Sandri, richtete, wurde an diesem Donnerstag veröffentlicht. Vom 1. bis 3. März wird in der ägyptischen Hafenstadt Damiette der historischen Begegnung zwischen dem Heiligen und dem Sultan gedacht, die als Vorläufer des interreligiösen Dialogs gelten können.

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Der Papst nennt in seinem Schreiben den heiligen Franziskus einen „Mann des Friedens“, der seine Mitbrüder dazu ermuntert habe, die Menschen nach dem Beispiel Jesu zu grüßen: „Der Herr gebe dir seinen Frieden“. Der Heilige aus Assisi habe in seinem Herzen verstanden, dass alle Dinge von einem einzigen Schöpfer geschaffen worden seien und „alle Menschen in Ihm einen gemeinsamen Vater“ haben. Im Jahr 1219, so erinnert der Papst, sei Franziskus gemeinsam mit einem Begleiter nach Ägypten aufgebrochen. In Damietta nördlich von Kairo habe er den Sultan getroffen und diesen durch seine Überzeugungskraft und seinen tiefen Glauben beeindruckt.

Projekte des Dialogs, der Versöhnung und der Zusammenarbeit

Eingedenk dieser Begegnung ruft der Papst seinen Gesandten Kardinal Sandri dazu auf, seine „geschwisterlichen Grüße“ an alle zu überbringen, Christen wie Muslime. Er hoffe, dass niemand der „Versuchung der Gewalt“ nachgebe, vor allem unter „manchen religiösen Vorwänden“, sondern dass vielmehr an „Projekten des Dialogs, der Versöhnung und der Zusammenarbeit“ gearbeitet werde, die die Menschen zu einer geschwisterlichen Gemeinschaft führen und Frieden für alle Menschen mit sich bringen. Der Papst beendet sein Schreiben mit seinem Segen für alle, die an „dieser denkwürdigen Veranstaltung“ teilnehmen, und für die „Förderer des interreligiösen Dialogs und des Friedens“.

Anfang Februar hat der Papst bei einem Besuch der Vereinigten Arabischen Emirate gemeinsam mit dem Kairoer Großscheich Ahmed al-Tayyeb eine gemeinsame Erklärung zur Brüderlichkeit aller Menschen für den Frieden auf der Welt unterzeichnet. Immer wieder hat der Papst darauf hingewiesen, dass es eine göttliche Fügung sei, dass dieser historische erste Besuch eines Papstes auf der Arabischen Halbinsel im 800. Jahr der Begegnung zwischen Franziskus und dem Sultan stattfinde.

„Gemeinsame Erklärung eine wunderbare Aktualisierung des Treffens vor acht Jahrhunderten“

Das dabei unterzeichnete Dokument sei „eine wunderbare Aktualisierung des Treffens vor acht Jahrhunderten“, hatte vor den  Jubiläumsfeierlichkeiten auch der Kustos im Heiligen Land, Franziskanerpater Francesco Patton, betont. Bereits der Papst-Besuch in Ägypten vor zwei Jahren und die Unterredungen mit dem ägyptischen Präsidenten al-Sisi sowie dem Großscheich von al-Azhar seien vielfach als Neuauflage des Treffens zwischen dem hl. Franziskus und dem Sultan interpretiert worden.

(vatican news - cs)

01 März 2019, 11:06