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Franziskus an diesem Samstag bei einer seiner Audienzen Franziskus an diesem Samstag bei einer seiner Audienzen  (Vatican Media)

Papst Franziskus: „Umweltsünden ernstnehmen“

Eine „Kirche im Aufbruch“ muss unter ständiger „missionarischer Spannung“ stehen. Das sagte Papst Franziskus an diesem Samstag zu Theologen.

Stefan von Kempis - Vatikanstadt

„Wir müssen unbedingt vermeiden, dass wir uns in Schulpositionen oder vorformulierte Urteile einsperren, die nichts mit der konkreten Lage und den Möglichkeiten der Menschen und der Familien zu tun haben“, sagte der Papst.

„Auch von einer übertriebenen Idealisierung des christlichen Lebens sollten wir uns hüten. Stattdessen gilt es, respektvoll auf die Realität zu hören und die Zeichen der Präsenz des Geistes zu unterscheiden. Dann werden wir allen helfen können, mit Freude auf dem Weg des Guten voranzugehen.“

Zum Nachhören

Auf die Realität hören

Im Vatikan empfing er Dozenten der 1949 gegründeten Alfonsinianischen Akademie für Theologie in Audienz, die von Redemptoristen geleitet wird. Sie gehört seit 1960 zur Theologischen Fakultät der Päpstlichen Lateran-Universität; ihr Schwerpunkt ist Moraltheologie.

„Die Realität, auf die wir hören sollten – das sind vor allem die Leiden und Hoffnungen derer, die durch tausend Formen der Macht der Sünde zu Unsicherheit, Armut, Ausschließung verurteilt sind. Es geht nicht darum, sich gegen die Welt zu verteidigen oder sie zu verurteilen, sondern darum, sie zu heilen und zu befreien, so wie Christus das getan hat.“

Die Logik der Barmherzigkeit

Die ganze Moraltheologie müsse „von dieser Logik der Barmherzigkeit“ verwandelt werden, so Franziskus. Gleichzeitig solle sie „die neuen, schweren Herausforderungen durch die Schnelligkeit, mit der sich die Gesellschaft entwickelt“, schärfer ins Auge fassen. Er denke da an die „Logik des Wettbewerbs und des Gesetzes des Stärkeren“, die immer mehr um sich greife.

„Dasselbe gilt für den Schrei der Erde, die durch egoistische Ausbeutung auf tausendfache Weise verletzt wird. Die ökologische Dimension ist eine unerlässliche Komponente der Verantwortung jedes Menschen und jeder Nation. Mir gibt zu denken, dass ich beim Beichtehören selten erlebe, dass jemand beichtet, er habe der Natur, der Erde, der Schöpfung Gewalt angetan. Wir haben noch nicht das Bewusstsein dieser Sünde – das ist eure Aufgabe, dafür zu sorgen!“

Auch Richter in Audienz

Auch italienische Richter waren an diesem Samstag beim Papst in Audienz. Franziskus ermahnte sie zur Unabhängigkeit; sie sollten nicht „nach ihrem persönlichen Vorteil“ suchen.

(vatican news)
 

09 Februar 2019, 13:41