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Papst Franziskus bei der Generalaudienz an diesem Mittwoch Papst Franziskus bei der Generalaudienz an diesem Mittwoch  (Vatican Media)

Generalaudienz: Papst hält Rückblick auf Panama

Die jungen Christen sind in der Welt ein Sauerteig des Friedens. Solange die jungen Generationen wie Maria „Ja“ sagen zu Gott, hat die Welt eine Zukunft. So fasste Papst Franziskus bei der Generalaudienz an diesem Mittwoch die Botschaft zusammen, die er beim diesjährigen Weltjugendtag in Panama vermitteln wollte.
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Silvia Kritzenberger - Vatikanstadt

Bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz an diesem Mittwoch ließ Franziskus seine Reise zum Weltjugendtag in Panama Revue passieren. 

Die Gewissheit der Zukunft sind die Kinder

Besonders beeindruckt habe es ihn, so viele Menschen stolz ihre Kinder hochhalten zu sehen, als er im Papamobil vorbeifuhr, erinnerte sich Franziskus. Eine Geste, die angesichts des demographischen Winters in Europa besonders bedeutsam gewesen sei. „Und da habe ich mir gedacht: der Stolz dieser Menschen sind ihre Kinder. Die Gewissheit der Zukunft sind die Kinder! Ohne Kinder ist der demographische Winter hart!“

Die ansteckende Fröhlichkeit der jungen Menschen habe diesen Weltjugendtag zu einem wahren Fest werden lassen, einem Fest für ganz Lateinamerika, das so dringend Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit brauche, gab Franziskus zu bedenken. 

Sauerteig des Friedens sein

Das Jugendtreffen der indigenen Völker und der jungen Menschen afroamerikanischer Herkunft zum Auftakt des Weltjugendtages habe das vielgestaltige Gesicht der Kirche in Lateinamerika zum Ausdruck gebracht: „Das Meer der vielen Fahnen stellte angesichts der vielfach zunehmenden nationalistischen Tendenzen, die Mauern errichten und sich gegen die Begegnung der Völker verschließen, ein prophetisches Zeichen dar. Ein Zeichen, das uns zeigt, dass die jungen Christen in der Welt ein Sauerteig des Friedens sind.“ 

Solange die junge Generation wie Maria „ja“ sagt zu Gott, hat die Welt eine Zukunft

Das Motto „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast" (Lk 1,38) habe diesem Weltjugendtag eine starke marianische Prägung gegeben, unterstrich Franziskus. Solange es junge Generationen gebe, die wie Maria ihr „Fiat“, ihr „Ja“ zu Gott sagen könnten, habe die Welt eine Zukunft.

In Panama-Stadt besuchte der Papst eine kirchliche Stiftung für Aids-Kranke, in der „Casa Hogar del Buen Samaritano“ traf er Träger des HI-Virus. Eine weitere wichtige Etappe, die wichtiger Bestandteil jedes Weltjugendtages ist, war der Kreuzweg mit den Jugendlichen am Freitag:

„Mit Maria hinter Jesus zu gehen, der das Kreuz trägt, ist eine Schule christlichen Lebens: Es lehrt uns die geduldige, stille, konkrete Liebe. In Panama trugen die Jugendlichen mit Jesus und Maria die Last so vieler leidender Brüder und Schwestern in Mittelamerika und der ganzen Welt. Dazu gehören die vielen jungen Opfer der verschiedenen Formen von Sklaverei und Armut.“

Am Samstagabend feierte Franziskus eine festliche Vigil mit den Jugendlichen, am Sonntagmorgen die Messe zum Ausklang seiner Reise. 

Wie Maria „Influencer Gottes“ sein

Den jungen Menschen schlug er Maria als diejenige vor, die in ihrer Kleinheit und ohne es zu wollen, die Weltgeschichte mehr als jede andere beeinflusst hat. Eine „Influencerin Gottes“ sei sie gewesen, formulierte der Papst. In seiner Predigt erinnerte er die jungen Teilnehmer daran, dass sie nicht die Zukunft seien, sondern die Gegenwart, das Jetzt Gottes, das Heute der Kirche und der Welt. Er appellierte auch an die Verantwortung der Erwachsenen, es der neuen Generation nicht an Bildung, Arbeit, Gemeinschaft und Familie mangeln zu lassen: „Das ist das Entscheidende heute, weil diese Dinge fehlen: Bildung, Arbeit… Wie viele junge Menschen haben keine Arbeit. Gemeinschaft: die jungen Menschen müssen sich in der Familie, in der Gesellschaft angenommen fühlen.“

Als besonders ermutigenden Moment bezeichnete Franziskus das Treffen mit den Bischöfen Zentralamerikas: „Das Vorbild des heiligen Bischofs Óscar Romero hat uns dabei wieder neu gezeigt, was das Sentire cum Ecclesia, das Fühlen mit der Kirche, heute bedeutet.“

In der renovierten Kathedrale von Panama, die sieben Jahre wegen Restaurierungsarbeiten geschlossen war, feierte der Papst eine Heilige Messe und weihte bei der Gelegenheit den Altar, „ein Zeichen der wiederentdeckten Schönheit zum Ruhm des Herrn und ein Fest für sein Volk.“

Hommage an Don Bosco

Zum Abschluss der Generalaudienz erinnerte Franziskus noch an den Gedenktag des hl. Giovanni Bosco, der an diesem Donnerstag begangen wird:
„Don Bosco hat es verstanden, die Jugendlichen die Umarmung Gottes spüren zu lassen. Er hat ihnen Hoffnung, ein Zuhause und eine Zukunft gegeben. Möge sein Zeugnis uns alle erkennen lassen, wie wichtig es ist, den jungen Generationen die wahren menschlichen und spirituellen Werte zu vermitteln.“

Der italienische Jugendseelsorger, Sozialpionier und Ordensgründer Don Bosco wurde 1934 heiliggesprochen. Zeit seines Lebens widmete er sich, selbst als Halbwaise aufgewachsen, liebevoll der Erziehung und Fürsorge benachteiligter Kinder und Jugendlicher. In der Kongregation der Salesianer lebt das Werk des beliebten Heiligen bis heute fort.

(vatican news)
 

30 Januar 2019, 12:44