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Papst Franziskus spricht zu den Künstlern über die schöpferische Bedeutung des Weihnachtsfests Papst Franziskus spricht zu den Künstlern über die schöpferische Bedeutung des Weihnachtsfests 

Papst Franziskus empfängt Künstler: Genie und Kreativität erreichen Gewissen der Menschen

Franziskus dankte an diesem Freitag in der Sala Clementina den hochkarätigen Künstlern, die in diesem Jahr das traditionelle Weihnachtskonzert im Vatikan gestalten. Ihre „Kreativität“und „Genialität“ seien in der Lage, auch die „verborgensten Winkel des Gewissens der Männer und Frauen jeder Zeit“ zu erreichen, würdigte er die Artisten. Das Konzert, dessen Erlös zur Hälfte nach Uganda und in den Irak gehen soll, findet am Samstag statt.

Christina Höfferer - Vatikanstadt

Es sei eine besondere Zeit, in welcher wir uns auf die Weihnachtsfeier vorbereiteten, empfing Franziskus die Künstler. Das Ereignis der Geburt Jesu vor zweitausend Jahren habe im Lauf der Zeit die vielfältigsten Darstellungen hervorgebracht, immer wieder hätten Künstler mit ihren Talenten und ihrer Leidenschaft dazu beitragen, dieses Ereignis zu vermitteln.

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„Weihnachten ist immer neu, weil es uns einlädt, im Glauben wiedergeboren zu werden, uns der Hoffnung zu öffnen, die Liebe wiederzubeleben. Insbesondere in diesem Jahr fordert sie uns auf, über die Situation so vieler Männer, Frauen und Kinder unserer Zeit nachzudenken - Migranten, Flüchtlinge und Vertriebene -, die auf dem Weg sind, um Kriegen, dem Elend durch soziale Ungerechtigkeiten und dem Klimawandel zu entkommen. Um alles - Haus, Verwandte, Land - zu verlassen und dem Unbekannten ins Auge zu sehen, musst du eine sehr schwere Situation erlebt haben!“

Auch Jesus kam von einem anderen Ort, führte Franziskus weiter aus. Er lebte in Gott dem Vater, mit dem Heiligen Geist, in einer Gemeinschaft von Weisheit, Licht und Liebe, die er uns mit seinem Kommen in die Welt bringen wollte. Er kam, um unter uns zu wohnen, zwischen unseren Grenzen und unseren Sünden, um uns die Liebe der Allerheiligsten Dreifaltigkeit zu geben. Und als Mensch zeigte er uns den Weg der Liebe, dienend in Demut, bis hin zur Hingabe seines Lebens.

Franziskus zieht angesichts der weltweiten Flüchtlingstragödien einen Vergleich mit der Weihnachtsgeschichte. Als sich der gewalttätige Zorn des Herodes über das Gebiet von Bethlehem ergoss, erlebte die heilige Familie von Nazareth die Qual der Verfolgung und flüchtete, von Gott geleitet, nach Ägypten. Der kleine Jesus erinnere uns daran, dass die Hälfte der heutigen Flüchtlinge in der Welt Kinder seien, unschuldige Opfer menschlicher Ungerechtigkeit, betonte Franziskus.

„Die Kirche reagiert auf diese Tragödien mit vielen Initiativen der Solidarität und Unterstützung, der Gastfreundschaft und des Willkommens. Es gibt immer viel zu tun, es gibt viel zu linderndes Leid und Probleme zu lösen. Es bedarf einer besseren Koordination, mehr organisierter Aktionen, die in der Lage sind, jede Person, Gruppe und Gemeinschaft nach dem Heilsplan der Geschwisterlichkeit, die uns alle eint, aufzunehmen. Deshalb ist es notwendig, sich zu vernetzen.“

Der Papst machte deutlich, dass auch die Migranten eine Ausbildung brauchten, um in Zukunft als bewusste Bürger am Gemeinwohl arbeiten und teilnehmen zu können. Gleichzeitig gehe es darum, uns alle dazu erziehen, sie willkommen zu heißen und Solidarität zu zeigen, damit Migranten und Flüchtlinge auf ihrem Weg nicht auf Gleichgültigkeit oder, schlimmer noch, Intoleranz stößen.

„Vernetzung mit Bildung bedeutet, den Menschen zu ermöglichen, wieder auf die Beine zu kommen, mit voller Würde wieder aufzubrechen, mit der Kraft und dem Mut, sich dem Leben zu stellen, indem sie ihre Talente und ihren Fleiß schätzen.“

Die Vernetzung mittels Bildung sei eine gute Lösung, um die Tore von Flüchtlingslagern zu öffnen, jungen Migranten den Zugang zu neuen Gesellschaften zu ermöglichen, Solidarität und Großzügigkeit zu zeigen. In diesem Zusammenhang dankte der Papst ausdrücklich dem Projekt der Don-Bosco-Missionen in Uganda und dem von Scholas Occurrentes im Irak, weil sie seinem Aufruf zur Vernetzung mittels Bildung gefolgt seien und so zur Übermittlung der weihnachtlichen Hoffnungsbotschaft beigetragen hätten.

„Die Sendung der Kirche hat sich immer auch durch die Kreativität und das Genie der Künstler gezeigt, denn sie sind mit ihren Werken in der Lage, die intimsten Winkel des Gewissens von Männern und Frauen aller Zeiten zu erreichen. Aus diesem Grund danke und ermutige ich Sie, Ihre Arbeit fortzusetzen und in jedem Herzen die Wärme und Zärtlichkeit von Weihnachten zu erhellen.“

(vatican news)

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14. Dezember 2018, 16:18