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Papst Franziskus gedenkt der Hungersnot in der Ukraine vor 85 Jahren

Nach dem Angelusgebet am Sonntag hat der Papst der Hungersnot in der Ukraine vor 85 Jahren gedacht. Der sogenannte Holodomor war eine von Stalin verordnete Kampagne, bei der zwei Jahre lang Millionen von Ukrainern jegliche Lebensmittel verweigert wurden. Dadurch starben mindestens drei Millionen Menschen. Einige Historiker gehen sogar von bis zu 15 Millionen Toten aus.

Mario Galgano – Vatikanstadt

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Am Samstagnachmittag läuteten um 16 Uhr Ortszeit alle Glocken der Kirchen in der Ukraine. Viele Ukrainer – auch jene, die im Ausland leben – zündeten als Zeichen der Erinnerung eine Kerze an. Auch Papst Franziskus gedachte der Tragödie des Holodomors, der Hungersnot, „die durch das Sowjetregime verursacht wurde und bei der Millionen von Menschen starben“, wie der Papst erinnerte. „Es ist ein schmerzliches Bild. Möge die Wunde der Vergangenheit ein Appell an alle sein, dafür zu sorgen, dass sich solche Tragödien nicht wiederholen. Beten wir für dieses liebe Land und für den so ersehnten Frieden“, sagte er nach dem Mittagsgebet.

Mit der Hungersnot wollte Stalin den Widerstand der Ukrainer zwischen 1932 und 1933 brechen. Seit der Unabhängigkeit der Ukraine bemüht sich die Regierung in Kiew um eine internationale Anerkennung des Holodomors als Genozid und vorsätzlicher Völkermord. Bisher hat sich vor allem Russland gegen eine solche Interpretation gestemmt. In allen Kirchen der Ukraine, ob katholische oder orthodoxe, wurde indessen für die Opfer der Tragödie gebetet.

(vatican news)

25 November 2018, 12:09