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Generalaudienz: Wahrheit in Worten und Taten

Diesmal ging es um das Gebot, man solle nicht lügen: Bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz sprach Franziskus an diesem Mittwoch in seiner Katechese über das achte Gebot. Das Verdrehen der Wahrheit führe ins Verderben, so der Papst.

Mario Galgano – Vatikanstadt

Wenn es ums Lügen geht, dann meint man nicht nur „falsche Aussagen machen“, sondern es gehe auch um das gesamte Verhalten eines Menschen, so der Papst in seinen Erläuterungen. „Was heißt es, die Wahrheit zu sagen? Bedeutet es, einfach nur ehrlich zu sein?“, fragte sich der Papst. „Ein Mensch spricht mit allem, was er ist und tut“, so Franziskus. Konkret gehe es um Worte, Gesten, aber auch um Haltungen bis hin zum Schweigen, also das, was man gar nicht sagt, erläuterte der Papst. Doch umgekehrt sei einer, der zu viel sagt, auch nicht gut. Ein Schwätzer sei ein Terrorist, der mit seinen Worten eine Bombe wirft und wegspringt, so der Papst. „Wie viel Geschwätz zerstört die Gemeinschaft wegen Unangemessenheit oder mangelndem Mitgefühl!“. Schwätzer seien Menschen, die den anderen „töten“.

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Lüge steht Wahrheit entgegen

Die Lüge stehe der Wahrheit entgegen, und diese Wahrheit sei unumkehrbar mit Gott verbunden. Denn die Wahrheit sei „die wunderbare Offenbarung Gottes“. Der barmherzige Vater liebe jeden Menschen so sehr, und das sei die absolute Wahrheit. Da würde aber der eine oder andere sich rechtfertigten und sagen: „Aber ich habe doch nur gesagt, was ich fühlte! Ja, aber auf diese Weise wird eine Sichtweise verabsolutiert. Oder ein anderer sagt: ,Ich habe nur die Wahrheit gesagt!´. Vielleicht, aber auf diese Weise werden dann einige persönliche oder vertrauliche Fakten offenkundig.“

Wichtig sei aber die Wahrheit nicht zu „missbrauchen“, also falsch anzuwenden. Der katholische Katechismus „verbietet es, in den Beziehungen zu anderen die Wahrheit zu verdrehen“, so der Papst (vgl. KKK 2464). Er mahnte die Gläubigen, sich ernsthaft zu fragen, ob sie tatsächlich wahr sprechen und handeln. „Wir alle leben ständig auf der Kippe zwischen Wahrheit und Unwahrheit“, so Franziskus. Allerdings sei Wahrheit mehr als nur aufrichtig oder genau zu sein. Man könne aufrichtig Falsches weitersagen oder bei aller Detailgenauigkeit den Sinn des Ganzen verfehlen. Erneut warnte der Papst vor Geschwätz, mit dem oft der Ruf anderer zerstört werde. Als Beispiel für ein Leben in Wahrheit nannte der Papst Jesus, der zu Pilatus sagte: „Ich bin gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege.“ Jesu Leben und Sterben sei das größte Vorbild gelebter Wahrheit, so Franziskus. Entsprechend bestätigten oder leugneten Christen diese Wahrheit – von den Alltagssituationen bis zu den großen Lebensentscheidungen. „Du sollst kein falsches Zeugnis ablegen“, bedeute letztlich, als Kind Gottes zu leben, so Franziskus.

In seinen Grußworten an deutschsprachige Pilger begrüßte der Papst besonders die Direktoren und Mitarbeitenden von Missio Österreich.

(kna/vatican news)

14 November 2018, 11:29