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Der Papst mit seinen französischen Gästen Der Papst mit seinen französischen Gästen  (Vatican Media)

„Habt keine Angst, auf die Wunden der Kirche zu schauen“

„Habt keine Angst, auf die Wunden unserer Kirche zu schauen“: Das hat Papst Franziskus an diesem Montag Priestern aus dem französischen Bistum Créteil geraten.

Stefan von Kempis – Vatikanstadt

„Tut das nicht, um euch darüber zu beklagen, sondern um bis zu Jesus Christus vorzustoßen. Nur er kann uns heilen und uns erlauben, neu von ihm auszugehen und sein Leben neu in einen Kontext der Armut und des Mangels hineinzubringen.“

Anspielung auf Missbrauchsskandale

Die Missbrauchsskandale, die die Kirche derzeit erschüttern, erwähnte der Papst bei der Audienz nur am Rande; er beschränkte sich auf die Bemerkung, das Schiff der Kirche erlebe derzeit heftigen Gegenwind, vor allem wegen der schweren Verbrechen einiger ihrer Vertreter. Vielmehr ging er in seiner Ansprache vor allem auf den Mangel an Berufungen zum Priester- und Ordensleben ein, der auch ein Thema der bevorstehenden Bischofssynode im Vatikan sein wird.

Zum Nachhören

Den Blick fest auf Jesus richten

„Denken wir daran: Wo Leben ist, Eifer, der Wunsch, Christus zu den anderen zu bringen, dort entstehen auch Berufungen! Es ist durch eure Art und Weise, euren Dienst zu leben, dass ihr es jungen Menschen ermöglicht, den Ruf des Herrn zum Priesteramt oder zum geweihten Leben zu hören. Ich ermutige euch deshalb dazu, euren Blick fest auf Jesus Christus gerichtet zu halten und das besondere Band zu pflegen, das euch mit ihm verbindet – durch das Gebet, das Hören auf sein Wort, die Feier der Sakramente und den Dienst an den Geschwistern.“

Die Qualität des brüderlichen Zusammenlebens verbessern

Es komme ihm wichtig vor, „die Qualität des brüderlichen Zusammenlebens von euch (Priestern) zu fördern und weiterzuentwickeln“, überlegte Franziskus weiter. Dann könnten „alle den Wert und die Schönheit des gottgeweihten Lebens als Dienst an der Gemeinschaft“ erkennen. Die Hoffnung, von der der Römerbrief spreche, enttäusche nicht (vgl. Röm 5,5), „trotz aller Schwierigkeiten und Mühen des Alltags“.

„Durch euer tägliches Leben und sogar durch die Erfahrung eurer Anfälligkeit werdet ihr anderen deutlich machen, dass das Geschenk eines Lebens im Dienst am Evangelium und an den Geschwistern Quelle einer Freude sein kann, die niemand einem wegnehmen kann.“
 

01 Oktober 2018, 13:48