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Papst Franziskus bei seiner Generalaudienz am Mittwoch Papst Franziskus bei seiner Generalaudienz am Mittwoch  (ANSA)

Papst: Heiraten bedeutet, von „mir“ zu „uns“ zu gehen

In der Generalaudienz betont Franziskus, dass jede christliche Berufung, sei es das Priestertum oder die geweihte Jungfräulichkeit, letzthin eine eheliche ist. Auch erinnerte Franziskus daran, dass am 1. November das Allerheiligenfest gefeiert wird und am 2. November allen Verstorbenen gedacht wird.

Unser „ureigenster Ruf“ ist der „zur vollen und treuen ehelichen Liebe“, die Jesus Christus uns offenbart und gegeben hat. An diesen Ruf erinnert Papst Franziskus in der Generalaudienz auf dem Petersplatz an diesem Mittwoch. Er vollendete vor zahlreichen Pilgern seine Katechese zum sechsten Gebot: „Du sollst nicht Ehe brechen“.

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Brief das Paulus als grundlegender Text für die eheliche Liebe

Anhand des Briefes des Apostels Paulus an die Epheser spricht Papst Franziskus von einem „revolutionären Text“, denn in einer Art „zeitgenössischer Anthropologie“ bekräftige jener Brief, „dass der Mann seine Frau lieben muss, wie Christus die Kirche liebt“. „Vielleicht war das,“ so Franziskus, „zu jener Zeit das Revolutionärste, was über die Ehe gesagt wurde. Immer auf dem Weg zur Liebe.“

Eheliche Bedeutung

Der Papst erinnert daran, dass „die treue Liebe Christi das Licht ist, um die Schönheit der menschlichen Anziehung zu leben“, in Treue, Annahme und Barmherzigkeit. Man dürfe jedoch nicht vergessen, dass das Gebot ausdrücklich auf die eheliche Treue verweise. Es sei deshalb angebracht, sich intensiv mit dessen „ehelicher Bedeutung“ zu befassen. Ein „Gebot der Treue“, erklärt Franziskus, gelte nicht nur für die Ehepartner, sondern für alle, denn „es ist ein väterliches Wort Gottes, das an jeden Mann und jede Frau gerichtet ist“.

Der Weg der menschlichen Reife ist die Liebe

Wir sollten uns daran erinnern, dass der Weg der menschlichen Reife der Weg der Liebe ist, der vom Empfangen der Pflege bis zur Fähigkeit, Pflege anzubieten, vom Empfangen des Lebens bis zur Fähigkeit, Leben zu geben, verlaufe. Erwachsene Männer und Frauen zu werden bedeute, die eheliche und elterliche Haltung zu leben, die sich in verschiedenen Lebenssituationen als die Fähigkeit zeige, „die Last eines anderen zu übernehmen und ihn ohne Einschränkung zu lieben. Es ist daher eine globale Haltung der Person, die weiß, wie man die Realität annimmt und wie man eine tiefe Beziehung zu anderen eingeht.“

Erlernen der Dezentralisierung

Der Papst erklärt dann, wie ein ehebrecherischer, wollüstiger, untreuer Mensch „unreif“ sei, wie dieser sein Leben für sich behalte und Situationen „nach den Maßstäben seines eigenen Wohlbefindens und seiner Zufriedenheit“ interpretiere. „Um zu heiraten, reicht es nicht aus, die Hochzeit zu feiern! Wir müssen eine Reise vom Ich zum Wir machen, um zu denken, dass wir für zwei denken, dass wir für zwei leben: Das ist eine schöne Reise. Wenn wir über uns hinausgehen, dann ist jeder Akt ehelich: Wir arbeiten, wir reden, wir entscheiden, wir begegnen anderen mit einer einladenden Haltung.“

Priestertum und geweihte Jungfräulichkeit

In diesem Sinne weist der Papst darauf hin, dass „jede“ christliche Berufung eine Ehe sei. „Das Priestertum ist es, weil es die Berufung ist, in Christus und in der Kirche, der Gemeinschaft mit all der Zuneigung, der konkreten Fürsorge und der Weisheit zu dienen, die der Herr gibt. Die Kirche braucht keine Anwärter für die Rolle eines Priesters, nein, die werden nicht gebraucht, es ist besser, dass sie zu Hause bleiben, aber sie braucht Menschen, denen der Heilige Geist das Herz mit einer vorbehaltlosen Liebe zur Ehe mit Christus berührt. Im Priestertum liebt man das Volk Gottes mit all der Väterlichkeit, Zärtlichkeit und Kraft eines Ehepartners und eines Vaters. Auf die gleiche Weise wird die geweihte Jungfräulichkeit in Christus mit Treue und Freude als eheliche Beziehung gelebt, die von Mutterschaft und Vaterschaft getragen wird.“

Die volle Bedeutung der Sexualität

Die christliche Berufung sei in der Tat „die Frucht des Bandes der Liebe, in dem wir alle hervorgebracht sind“, und „das mit Christus“, wie im eingangs gelesenen Brief des Paulus deutlich werde.
„Ausgehend von seiner Treue, seiner Zärtlichkeit, seiner Großzügigkeit schauen wir mit dem Glauben auf die Ehe und auf jede Berufung, und wir verstehen die volle Bedeutung der Sexualität. Das menschliche Geschöpf in seiner untrennbaren Einheit von Geist und Körper und in seiner männlichen und weiblichen Polarität ist eine sehr gute Wirklichkeit, die dazu bestimmt ist, zu lieben und geliebt zu werden. Der menschliche Körper ist kein Instrument der Lust, sondern der Ort unseres Rufs zur Liebe, und in der authentischen Liebe gibt es keinen Platz für Ausschweifungen und ihre Oberflächlichkeit. Männer und Frauen verdienen etwas Besseres als das!“

1. und 2. November

In seinen abschließenden Grußworten erinnert Franziskus daran, dass wir am Donnerstag das Hochfest Allerheiligen feiern und am 2. November aller Gläubigen gedenken, die verstorben sind.
„Das Glaubenszeugnis derer, die vor uns gegangen sind, stärkt in uns die Gewissheit, dass Gott jeden auf dem Weg des Lebens begleitet, niemanden sich selbst überlässt und will, dass wir alle heilig sind, wie Er heilig ist.“

Beim Besuch der Gräber unserer Lieben, so schließt der Papst, „haben wir eine Vielzahl von Heiligen vor Gott, die für unsere Bedürfnisse eintreten“, aber er fügt auch hinzu, dass es auch „viele Tote gibt, die auf unsere geistliche Unterstützung warten“.

(vatican news – hoe)

31 Oktober 2018, 11:22