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Vatican News

Vor 40 Jahren: Wahl von Johannes Paul II.

Êr war einer der Großen des 20. Jahrhunderts: Johannes Paul II. trug zum Fall der Berliner Mauer bei, betete mit Religionsführern aus aller Welt um Frieden, trug das Evangelium in seiner 26-jährigen Amtszeit (1978-2005) auf etwa hundert Auslandsreisen in alle Teile des Planeten. Ein Mann, der vor Hunderttausenden in Fußballstadien aufzutreten verstand - und der gleichzeitig so tief ins Gebet versinken konnte, dass alles um ihn herum zu verblassen schien.

Stefan von Kempis - Vatikanstadt

Vor genau vierzig Jahren, am 16. Oktober 1978, wurde der Pole Karol Wojtyla zum Papst gewählt: der erste nicht-italienische Pontifex seit mehreren hundert Jahren, der erste Papst aus dem Osten, ein Mann, der Grenzen und Systeme übersprang.

Diejenigen, die eng mit ihm zusammengearbeitet haben, waren vor allem von seiner dichten Spiritualität angezogen. Auch als seine Gesundheit verfiel, hielt Papst Wojtyla eisern durch; sogar ein Mordanschlag auf dem Petersplatz im Mai 1981 bremste ihn nicht. 

Historische Aufnahme: Die Wahl von Johannes Paul II. vor genau 40 Jahren

Wahl eines Polen war weltweite Überraschung

Die Wahl eines Polen zum Papst war vor vierzig Jahren, mitten im Kalten Krieg zwischen Ost und West, eine weltweite Überraschung. Johannes Paul begann sein Pontifikat mit den Worten „Habt keine Angst! Öffnet, ja reißt die Tore weit auf für Christus! und setzte an den Anfang seines Pontifikats einen stark menschenrechtlichen Akzent (Enzyklika Redemptor hominis, 1979).

Konzil umsetzen, Kurie reformieren...

In mehr als einem Vierteljahrhundert Amtszeit - einem der längsten Pontifikate der Geschichte - bemühte sich Johannes Paul II. um eine Umsetzung der Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils (Erstellung eines neuen Kirchenrechts und eines Weltkatechismus) sowie um eine Reform der Kurie (Apostolische Konstitution Pastor bonus). Er nahm mehr Selig- und Heiligsprechungen vor als alle seine Vorgänger zusammengenommen, reiste unermüdlich als Prediger des Evangeliums um die Welt und sorgte für Durchbrüche im Gespräch der christlichen Konfessionen (Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre) und der Religionen (Friedensgebete in Assisi).

Eine epochale Gestalt

Im Heiligen Jahr 2000 bat er bei  einem Bußakt im Petersdom feierlich um Vergebung für die Sünden und Verfehlungen von Katholiken im Lauf der Geschichte. Die epochale Gestalt dieses Papstes wirkte weit über den Raum der Kirche hinaus; sein Einsatz für die Menschenrechte, darunter das Lebensrecht gerade der schwächsten Menschen (Enzyklika Evangelium vitae, 1995), und sein letztlich vergeblicher Kampf gegen einen US-Einmarsch im Irak 2003 verschafften ihm auf globalem Niveau Respekt und Gehör.

2005 starb er am Vorabend des von ihm eingeführten Sonntags der Göttlichen Barmherzigkeit; in Rekordzeit wurde er von seinen Nachfolgern Benedikt XVI. selig- und Franziskus heiliggesprochen.

(vatican news)

 

 

16 Oktober 2018, 10:07