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Im Juni hat Papst Franziskus die Schweiz besucht und in Genf gemeinsam mit dem Schweizer Bischof Charles Morerod die Heilige Messe gefeiert. Im Juni hat Papst Franziskus die Schweiz besucht und in Genf gemeinsam mit dem Schweizer Bischof Charles Morerod die Heilige Messe gefeiert.  (ANSA)

Schweiz: Aufruf zum Gebet für den Papst

Papst Franziskus braucht Unterstützung. Davon ist die katholische Kirchenleitung in Zürich überzeugt. Sie wendet sich damit gegen Rücktrittsforderungen. Alle Katholiken der Stadt seien in einem Gottesdienst am 9. September aufgerufen, für Franziskus zu beten, heißt es in einer Medienmitteilung.

„Die Rücktrittsforderung an Papst Franziskus entsetzt uns und stimmt uns traurig“, erklärten die Leiter der katholischen Kirche in Zürich und Glarus, Generalvikar Josef Annen sowie die Präsidenten des Zürcher Synodalrats, Franziska Driessen-Reding und Alexander Jäger. In einem Gottesdienst an diesem Sonntag wollen sie deshalb für den Papst beten und rufen dazu alle Gläubigen auf.

Damit reihen sie sich in weltweite Solidaritätsbekundungen ein, die bislang auf die Rücktrittsforderung des früheren US-Nuntius, Erzbischof Carlo Maria Viganò, erfolgt sind. „Wir empfinden es als unerträglich und unerhört, dass die Aufarbeitung des Missbrauchs in der Kirche dazu missbraucht wird, die Einheit der Kirche zu gefährden, um eigene Ziele zu verfolgen“, heißt es in einem von der Kirchenleitung veröffentlichten Schreiben.

Zeichen der Verbundenheit 

 

Franziskus gehe mit seinem Einsatz für Menschen am Rand der Gesellschaft.beispielhaft voran. „Wir sind entschlossen, mit ihm auf dem Weg zu bleiben zu einer Kirche, die für die Menschen da ist“, so die Kirchenleitung. Mit dem gemeinsamen Gebet wolle man ein Zeichen der Verbundenheit mit dem Papst setzen.

Auch der Basler Bischof und neue Vorsitzende der Schweizer Bischofskonferenz, Felix Gmür, unterstützt den Papst. Auf das Zeichen der Solidarität angesprochen, sagte er am Mittwoch, dass es sich bei den Vorwürfen um Unterstellungen handle, die entkräftet werden müssten. Dies sei von kirchenpolitischen Zwecken klar zu trennen. „Eine Rücktrittsforderung an den Papst unterstützen wir nicht“, so Bischof Gmür.

Der US-amerikanische Erzbischof Carlo Maria Viganò hatte Ende August schwere Vorwürfe gegen Papst Franziskus erhoben: Der des Missbrauchs beschuldigte frühere Washingtoner Erzbischof Theodore McCarrick sei bereits 2009 oder 2010 von Papst Benedikt XVI. mit einer Strafe belegt worden, die Franziskus später de facto zurückgenommen habe. Das elfseitige Dossier gipfelt in dem Aufruf an Papst Franziskus, er möge „seinen Kardinälen und Bischöfen, die McCarricks Missbräuche vertuscht haben, mit gutem Beispiel vorangehen und mit ihnen allen zurücktreten“.

(kath.ch – ros)
 

08 September 2018, 10:59