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Papst empfing katholische Politiker Papst empfing katholische Politiker  (Vatican Media)

Papst an katholische Politiker: „Seid vor allem Zeugen Christi“

Franziskus hat bei einem Treffen mit katholischen Parlamentariern an diesem Mittwochvormittag auf die „tragische Situation“ vieler Christen weltweit hingewiesen. Die Lage von christlichen Minderheiten habe sich in jüngster Zeit verschlimmert, gerade in Regionen, in denen der Fundamentalismus vorherrsche.

Mario Galgano – Vatikanstadt

Bei der Gruppe, die der Papst vor der Generalaudienz im Vatikan empfing, handelte es sich um Teilnehmer des internationalen Treffen „Meeting Internazionale“ des katholischen Netzwerkers „Catholic Legislators Network“. Ihnen sagte der Papst, dass ein christlicher Politiker vor allem eines beachten sollte, und zwar mit Bescheidenheit und Mut, „ein Zeuge Christi“ zu sein. Dies solle der Politiker dadurch erreichen, indem er „mit Kompetenz Gesetzesvorschläge einbringt, die dem Allgemeinwohl zugutekommen“. Ein christlicher Politiker müsse sich für Religionsfreiheit einsetzen, fügte Franziskus hinzu.

Der Papst ging auch auf das Thema des „Meeting Internazionale“ ein, das sich mit den Bereichen Religionsfreiheit und Gewissen auseinandersetzt. Es gäbe auf der Welt Länder, „die zwar in ihren Verfassungen die Kultusfreiheit gewähren, doch alles daran setzen, ihren Bürgern jene Religionszugehörigkeit zu bekunden, die sie wollen“. In solchen Ländern sei das Leben der christlichen Minderheit schwierig und meist auch sehr gefährlich, erinnerte der Papst.

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Dunkle Wolken am Horizont der Weltpolitik

 

Hinzu käme noch, dass sich derzeit neue „dunkle Wolken“ am Horizont der Weltpolitik auftäten. Damit bezieht sich der Papst auf die sich immer weiter ausbreitende Christenverfolgung. Immer mehr „intolerante Haltungen und gewalttätige Einstellungen“ machten sich breit, die von Regierungen meist nicht in genügender Weise aufgedeckt und unterbunden würden.

Doch gegen Fundamentalismus müsse man nicht mit Extremismus antworten, so der Papst weiter. Beide seien eine Gefahr für die Menschheit. Der säkulare Relativismus und der radikale religiöse Fundamentalismus seien beide ein Übel und – so definierte es der Papst – beide seien „Pseudo-Religionen“, die eine bestimmte Gefahr verborgen, und zwar die Intoleranz ebenfalls mit einer „Intoleranz in Handlungen und Worten“ entgegenzutreten.

Das „International Catholic Legislators Network“ ist ein Netzwerk von katholischen Parlamentarier aus der ganzen Welt und wurde 2010 gegründet. Es versteht sich als ein unabhängiges und an keine bestimmte Partei gebundenes Netzwerk. 

(vatican news)

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Papst empfing katholische Parlamentarier
22 August 2018, 13:33