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Angelus: Maria war die erste Jüngerin Jesu

Maria, die Muttergottes, hat in Einheit mit ihrem Sohn gelebt: So brachte der Papst in seiner Katechese zum Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel den Inhalt des Festes auf den Punkt. Beim Angelus am Petersplatz nannte Franziskus Maria die erste Jüngerin Jesu, denn sie habe ihr Leben Gott hingegeben und sei ihm gefolgt.

Mario Galgano – Vatikanstadt

Das Volk Gottes, das heilig und treu sei, zeige an diesem Hochfest seine Wertschätzung für die Jungfrau Maria, begann der Papst seine Katechese. Es gebe verschiedene Frömmigkeitsformen, die die Hochachtung gegenüber der Muttergottes zum Ausdruck bringen. Jedenfalls erfülle sich auch heute noch die Prophezeiung Mariens aus dem Magnifikat: „Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter“ (vgl. Lk 1,48).

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Gott habe seine „demütige Dienerin“ in den Himmel aufgenommen, und zwar „mit Seele und Leib“. Das sei „ein göttliches Privileg“, welches der Muttergottes „für ihre besondere Verbindung mit Jesus“ gewährt worden sei. Es handle sich um eine „leibliche und geistliche Vereinigung“, fuhr Franziskus fort, die mit der Verkündigung der Geburt Jesu durch den Engel ihren Anfang genommen habe und „durch ihre einzigartige Teilnahme am Geheimnis ihres Sohnes“ während des ganzen Lebens Mariens weiter gereift sei.

Eine ganz gewöhnliche Frau ihrer Zeit

 

Dann ging der Papst auf das irdische Leben der Muttergottes ein, welches „offenbar wie das einer gewöhnlichen Frau ihrer Zeit“ gewesen sei: „Sie betete, führte den Haushalt für die Familie, besuchte die Synagoge“. Aber jegliche alltägliche Handlung sei von ihr „immer in völliger Einheit mit Jesus“ gelebt worden. Und auf dem Kalvarienberg habe diese Vereinigung ihren Höhepunkt erreicht - „in der Liebe, im Mitgefühl und im Leiden des Herzens“. Aus diesem Grund habe Gott ihr auch „einen vollen Anteil an der Auferstehung Jesu“ geschenkt.

„Der Leib der Mutter wurde vor der Verwesung bewahrt, wie der des Sohnes“, so der Papst in seiner Ansprache. Das werde auch in der Präfation zur Heiligen Messe an diesem Hochfest betont, in der es heißt: „Denn ihr Leib, der den Urheber des Lebens geboren hat, sollte die Verwesung nicht schauen.“

Gott will alle Menschen mit Leib und Seele retten

 

An diesem Hochfest lade die Kirche alle Gläubigen ein, dieses Geheimnis zu betrachten. Denn es zeige, „dass Gott alle Menschen mit Seele und Leib retten will“. Die Aufnahme Mariens, also eines menschlichen Geschöpfes, bestätige das „glorreiche Schicksal“ eines jeden Menschen.

Weiter zitierte der Papst griechische Philosophen, die bereits verstanden hätten, „dass die Seele des Menschen nach dem Tod zur Glückseligkeit“ bestimmt sei.

„Sie verachteten aber den Leib als Gefängnis der Seele und verstanden nicht, dass Gott angeordnet hatte, dass auch der Leib des Menschen mit der Seele in himmlischer Glückseligkeit vereint sein sollte“, erläuterte der Papst. Diese „Auferstehung des Fleisches“ sei ein wesentliches Element der christlichen Offenbarung, ein Eckpfeiler des Glaubens.

Gott mit Leib und Seele dienen

 

Die Aufnahme Mariens in den Himmel erinnere die Gläubigen daran, dass jeder von ihnen berufen sei, „Gott mit unserem ganzen Wesen, unserer Seele und unserem Leib zu dienen und zu verherrlichen“. Denn Gott nur mit dem Leib zu dienen, wäre eine „Handlung von Sklaven“; Ihm jedoch nur mit der Seele zu dienen, stünde im Gegensatz zur menschlichen Natur. Dann zitierte der Papst einen bedeutenden Kirchenvater, den heiligen Irenäus, der bekräftigt habe, dass „die Herrlichkeit Gottes der lebendige Mensch ist und das Leben des Menschen in der Anschauung Gottes besteht“.

Wer somit im freudigen Dienst an Gott gelebt habe, der werde „am Tag der Auferstehung“ der „himmlischen Mutter“ ähnlich sein, sagte der Papst.

(vatican news)

15 August 2018, 12:23