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Generalaudienz: Kein Platz für Heuchelei in der Beziehung zu Gott

Bei der Generalaudienz an diesem Mittwoch hat Papst Franziskus vor der Heuchelei gewarnt, die sich immer dann zeigt, wenn wir „den Namen Gottes missbrauchen“. Stattdessen müsse unsere Beziehung zu Gott wie die der Heiligen sein, die „uns erkennen lassen, was unser Herz wirklich ersehnt: Aufrichtigkeit, wahre Beziehungen, Konsequenz.“

Silvia Kritzenberger – Vatikanstadt

In seiner Katechesereihe über die Zehn Gebote interpretierte der Papst diesmal das zweite Gebot: „Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen“ (Ex 20,7); die Aufforderung also, Gott nicht zu beleidigen, indem wir seinen Namen in unpassender Weise gebrauchen.

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„In wörtlicher Übersetzung heißt es: ‚Du sollst den Namen Gottes nicht ‚leer‘ an dich nehmen‘. Dieses Wort leer steht für etwas, das keinen Inhalt hat, gehaltlos ist: also für Heuchelei, Formalismus, Lüge. Dafür, dass man den Namen Gottes zu nichtigen Zwecken, ohne Wahrheit, gebraucht.“

 

“ Den Namen Gottes zu kennen, verändert unser Leben ”

 

In der Bibel bringe der Name das innerste Wesen einer Person zum Ausdruck, verweise auf ihre Sendung, so Franziskus. Dass Abraham im Buch Genesis (17,5) und Simon Petrus in den Evangelien (Joh 1,42) einen neuen Namen erhielten, weise also darauf hin, dass ihr Leben eine neue Richtung bekommen habe: „Den Namen Gottes zu kennen, verändert unser Leben, wie wir im Alten Testament am Beispiel des Mose sehen (vgl. Ex 3,13-15).“

„In der jüdischen Tempelliturgie wurde am Versöhnungstag der Name Gottes feierlich ausgerufen. Damit wurde dem Volk Vergebung zugesprochen, weil es durch den Namen mit dem Leben Gottes, der Barmherzigkeit ist, in Kontakt kam.“

Den „Namen Gottes an uns zu nehmen“ bedeute also, in eine enge Beziehung zu ihm zu treten, erklärte der Papst. „Uns Christen erinnert dieses Gebot daran, dass wir ‚im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes‘ getauft sind; das Kreuzzeichen machen, um unser tägliches Handeln in die Gemeinschaft mit Gott zu stellen, der die Liebe ist.“

 

Die Bedeutung des Kreuzzeichens

 

In diesem Zusammenhang verwies der Papst noch einmal mit Nachdruck darauf, wie wichtig das Kreuzzeichen ist. „Bringt euren Kindern bei, wie man das Kreuzzeichen macht! Wenn sich ein Kind bekreuzigt, imitiert es oft nur schlampig eine Geste, weiß aber gar nicht, was es da tut. Bringt euren Kindern bei, beim Kreuzzeichen ‘Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes’ zu sagen!“

Wie leicht man eine heuchlerische Beziehung zu Gott haben kann, erklärte der Papst am Beispiel der Pharisäer und Schriftgelehrten: Sie sprachen zwar von Gott, seinen Willen aber hätten sie ignoriert. So habe Jesus ja auch geraten: „Richtet euch nach dem, was sie sagen, folgt aber nicht ihrem Tun.“ Unsere Beziehung zu Gott müsse von wahrem Gottvertrauen geprägt sein, so Franziskus. Erst wenn wir bereit seien, ihm unser ganzes Dasein zu opfern, könnten wir erkennen, dass in ihm das Leben ist.

„Nur ein solches Christentum kann die Herzen berühren. Es geht um die Begegnung mit Gott. Warum gelingt es den Heiligen, die Herzen zu berühren? Weil sie nicht nur Worte, sondern Taten sprechen lassen! Weil sie uns erkennen lassen, was unser Herz wirklich ersehnt: Aufrichtigkeit, wahre Beziehungen,  Konsequenz. Das sehen wir auch bei den Heiligen des Alltags: den vielen Eltern, die ihren Kindern Gradlinigkeit vorleben; ihnen beibringen, wie man demütig, aufrichtig und großzügig ist.“

„Wenn es immer mehr Christen gibt, die den Namen Gottes ohne Falschheit an sich nehmen, also den Worten des Vaterunsers gemäß ‚geheiligt werde dein Name’ – wird die Kirche wieder Gehör finden, immer glaubwürdiger werden,“ führte der Papst weiter aus. „Wenn sich der Name Gottes in unserem Leben zeigt, dann sieht man, wie schön die Taufe ist, welch großes Geschenk die Eucharistie ist, die uns eins werden lässt mit dem Leib Christi: er in uns und wir in ihm! Vereint! Das ist keine Heuchelei, das ist Wahrheit! Das ist kein einfaches Nachplappern wie es ein Papagei tut, das ist Beten mit dem Herzen!“

 

Jesus trägt uns!

 

Zum Abschluss wiederholte der Papst noch einmal seine konkrete Bitte an die Eltern, ihren Kindern das Kreuzzeichen beizubringen – vor allem die dabei gesprochenen Worte:

„Der Name eines jeden von uns ruht auf den Schultern Christi. Jesus trägt uns! Er hat unseren Namen, unsere ganze Existenz, auf sich genommen – auch das Böse, das in uns steckt –, um unsere Herzen mit dem Feuer seiner Liebe zu entflammen. Deshalb dürfen wir den Namen Gottes nicht leichtfertig aussprechen, sondern in dem gläubigen Bewusstsein, dass er unser Leben mit all seinen Fehlern bis zum Äußersten getragen und erlöst hat.“

(vatican news)

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Eindrücke von der Generalaudienz
22 August 2018, 12:30