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Papst: Kinder brauchen küssende und umarmende Eltern

In der Pro-Kathedrale Dublins hat Papst Franziskus die Bedeutung einer Familie hervorgehoben, die im Glauben fest verankert sei. Am Samstagnachmittag beantwortete der Papst in der Kathedrale einige Fragen von Ehepaaren.

Mario Galgano – Vatikanstadt

Eine glückliche Familie? Dazu äußerte sich der Papst in der wichtigsten Kathedrale Dublins und Symbol des wiedererstarkten Katholizismus in der Stadt. Die heutige Kathedrale befindet sich direkt über einer alten Kapelle, die nach der Abspaltung der anglikanischen Kirche im Jahr 1534 abgeschafft wurde. Damals war Irland noch von den Briten besetzt.

Und hier in dieser historischen Kathedrale wurde der Papst von Dublins Erzbischof Diarmuid Martin und dem Ordenskapitel der Hauptstadt begrüßt. Der Erzbischof übergab Papst Franziskus das Kreuz und das Weihwasser für den Segen.

Zum Nachhören

Zwei Großeltern sprachen als Erste und erzählten von ihrer Ehe. Es sind Vincent und Teresa Gamble aus der Gemeinde Heilige Familie in Dublin – dieser Name passt natürlich wunderbar zum Thema dieses Familientreffens. Vincent wurde in der Kathedrale getauft. Vor kurzem haben die beiden ihre Goldhochzeit gefeiert.

Sie seien seit 50 Jahren verheiratet und hätten aber in einer sehr schwierigen Zeit gelebt, in der Familien nicht immer viel Unterstützung gefunden hätten. Die Liebe und die Ehe seien eine Herausfroderung - die es aber wert sei. Zwei junge Paare stellten Fragen: Denis Nulty und Sinead Keoghan aus der Diözese Kildare and Leighlin werden am 27. September heiraten und erzählten, dass viele junge Menschen nicht mehr an die dauerhafte Bindung glauben. Das zweite Paar waren Stephen Maguire und Jordan Cahill aus Dublin, verheiratet seit einem Monat. Sie fragten den Papst, wie sie den Glauben später an ihre Kinder weitergeben könnten.

Was die heutigen Kinder brauchen

 

Darauf ging der Papst in seiner frei gehaltenen Antwort auch ein. Zur Frage nach der Dauerhaftigkeit der Liebe und Ehe sagte er, dass diese Symbole der Liebe Gottes und seines ewigen Bundes mit den Menschen seien. Das Geheimnis einer dauerhaften Liebe sei deshalb der Frieden: Er fügte an, dass Ehepaare, auch, wenn manchmal "Teller fliegen", immer „in einer friedlichen Haltung“ zu Bett gehen sollten.

Papst Franziskus erinnerte daran, dass er als Kind einmal seine Eltern küssen und umarmend sah und dies sei „ein sehr schönes Bild und Erinnerung“ für ihn. Das bräuchten auch die heutigen Kinder.

Der Dialog sei auch zwischen den Generationen wichtig. Großeltern seien wichtige Zeugen der Erinnerung, Eltern vermitteln den Glauben an die künftigen Generationen und die Kinder und Jugendlichen ihrerseits seien die Frucht der Familie.

Zum Schluss beteten alle gemeinsam auf Englisch.

Die neue Kathedrale, im neoklassischen Stil, hat der Erzbischof John Thomas Troy 1825 in Auftrag gegeben. Wer der Architekt war, ist nicht geklärt, einige schreiben sie aber Hippolyte Lebas zu, der auch Notre Dame in Paris gebaut hat. Es mischen sich griechische und römische Elemente in dieser Kathedrale, die übrigens die einzige große katholische Kathedrale in der Stadt ist. Obwohl Irland inzwischen mehrheitlich römisch-katholisch ist, gehören die beiden anderen großen Kathedralen in Dublin, die Saint Patrick’s Cathedral und die Christ Church Cathedral, zur protestantischen Church of Ireland.

In den 1990er Jahren gab es hier einen großen Brand, bei dem auch der Altar zerstört wurde, deshalb ist der Altar sehr viel neueren Datums als der Rest des Kirchenbaus.

(vatican news)

25 August 2018, 15:01