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Papst Franziskus bei der Generalaudienz an diesem Mittwoch Papst Franziskus bei der Generalaudienz an diesem Mittwoch  (AFP or licensors)

Generalaudienz: „Ideal ist vereinte Familie, nicht Scheidung“

„Das Ideal ist nicht Scheidung, es ist nicht Trennung, es ist die vereinte Familie!" Papst Franziskus hat bei der Generalaudienz von diesem Mittwoch seine Irland-Reise Revue passieren lassen, deren Anlass das Weltfamilientreffen in Dublin war. Dabei würdigte er funktionierende Familien, sprach von seiner Erschütterung nach dem Treffen mit Missbrauchsüberlebenden und sagt, aufgrund des Missbrauchsskandals gebe es in Irland heute so wenige Priesterberufungen.

Es sei heute leider „in Mode“, von Trennung und Scheidung zu sprechen, bedauerte der Papst und fügte hinzu: „Es stimmt: Ich respektiere alle, wir müssen die Menschen respektieren, aber das Ideal ist nicht die Scheidung, das Ideal ist nicht die Trennung, es ist nicht die Zerstörung der Familie. Das Ideal ist eine geeinte Familie. Gehen wir weiter damit voran: Das ist das Ideal!“

In diesem Zusammenhang bezeichnete der Papst die Zeugnisse der ehelichen Liebe, die Paare jeden Alters abgegeben haben, als „wahre Lichtblicke“: „Ihre Geschichten haben uns daran erinnert, dass die eheliche Liebe ein besonderes Geschenk Gottes ist, das jeden Tag in der „Hauskirche" – der Familie – gepflegt werden muss. „Wie sehr braucht die Welt eine Revolution der Liebe, der Zärtlichkeit! Und diese Revolution beginnt in der Familie.“ 

“ ...die bewegenden Zeugnissen von Familien, die von der Vergebung erneuert wurden ”

Bei der großen Familienfeier am Samstagabend im Dubliner Stadion, gefolgt von der Messe im Phoenix Park, zeigte sich der Papst beeindruckt von den „bewegenden Zeugnissen von Familien, die das Leid des Krieges erfahren haben; Familien, die von der Vergebung erneuert wurden; Familien, die die Liebe vor der Negativspirale der Drogensucht gerettet hat; Familien, die den verantwortlichen Umgang mit Handys und Tablets gelernt haben und der gemeinsam verbrachten Zeit Priorität geben.“

An dieser Stelle verwies er erneut auf die besondere Rolle, die die Großeltern bei der Stärkung der Familienbande und der Weitergabe des Glaubens spielen. „Großeltern sind keine Last – sie sind die Weisheit, die Erinnerung eines Volkes und der Familien. Sie müssen die Erinnerung an ihre Enkelkinder weitergeben. Sortiert die Großeltern nicht aus!“, sagte Franziskus den Tausenden Pilgern und Besuchern auf dem Petersplatz.

Am Sonntagvormittag vertraute der Papst die Familien in der Kapelle des irischen Nationalheiligtums in Knock dem mütterlichen Schutz Marias an. Er äußerte sich auch über Nordirland, das er auf dieser Reise „nicht besuchen konnte. Dennoch habe ich seinem Volk einen herzlichen Gruß ausgesprochen und den Prozess der Versöhnung, Befriedung, Freundschaft und ökumenischen Zusammenarbeit gefördert“, so Franziskus.

 

Papst: wenige Priesterberufungen in Irland wegen Missbrauchsskandal

 

Sehr berührt hat den Papst in Irland nach eigenen Worten die Begegnung mit „einigen Überlebenden“ von Missbrauch und Misshandlungen durch Kleriker und Ordensleute. Bei mehreren Gelegenheiten habe er den Herrn um Vergebung gebeten „für diese Sünden, für den Skandal und das Gefühl des Verrats“, erinnerte Franziskus. Aufgrund des Missbrauchsskandals gebe es in Irland heute so wenige Priesterberufungen.

„Das Weltfamilientreffen in Dublin war eine prophetische, tröstende Erfahrung für so viele Familien, die sich dem evangelischen Weg der Ehe und des Familienlebens verschrieben haben,“ schloss der Papst seinen Rückblick. Im Hinblick auf das das nächste Weltfamilientreffen, das 2021 in Rom stattfinden wird, vertraute er die Familien dem Schutz der Heiligen Familie an, „damit sie in ihren Häusern, Pfarreien und Gemeinschaften wirklich "Freude für die Welt" sein können.“

 

Einladung zum Weltgebetstag für die Schöpfung am 1. September

 

Am Ende der Generalaudienz rief Papst Franziskus die Gläubigen noch zur Teilnahme am Weltgebetstag zur Bewahrung der Schöpfung auf, der am kommenden Samstag gefeiert wird. Die Feier des Schöpfungstages liegt Papst Franziskus besonders am Herzen, der angesichts der ökologischen Krise immer wieder zur Umkehr und zur Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung aufruft – dieses Jahr vor allem zum verantwortlichen Umgang mit dem Wasser, dem „wichtigsten Gut, das wir bewahren und allen zur Verfügung stellen müssen.“ 

Der Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung wird jährlich am 1. September begangen und ist die Frucht konkreter Ökumene: In der Orthodoxen Kirche besteht dieser Weltgebetstag bereits seit 1989. Papst Franziskus hat ihn in einem Brief vom 6. August 2015 auch für die römisch-katholische Kirche eingeführt. Nach dem Willen von Franziskus sollen die katholischen Gläubigen am Schöpfungstag mit nicht nur den orthodoxen, sondern möglichst allen Christen weltweit in Sorge um die Schöpfung beten.

 

(Vatican News - gs/skr)

29 August 2018, 10:42