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Papst Franziskus trifft die irischen Bischöfe Papst Franziskus trifft die irischen Bischöfe  (ANSA)

Papst an die irischen Bischöfe: Nicht entmutigen lassen!

Worte der Ermutigung hat Papst Franziskus während des Weltfamilientreffens in Dublin an die irischen Bischöfe gerichtet. Im Dominikanerinnenkloster der Hauptstadt begrüßte der Präsident der irischen Bischofskonferenz, Eamon Martin, den Papst und bedankte sich für dessen Besuch. Die Bischofskonferenz umfasst die Prälaten der vier Erzdiözesen und 22 Diözesen Irlands.

Papst Franziskus bezog sich in seiner Ansprache auf ein Gespräch mit den irischen Bischöfen im vergangenen Jahr während ihres Ad Limina Besuchs im Vatikan. Er dankte ihnen für die Sorge um Arme, Hilfsbedürftige und Ausgegrenzte, die in ihrem Hirtenschreiben über Obdachlose und die Süchte deutlich werde.

 

Appell: Zum Vorbild in der Aufarbeitung von Missbrauch werden

 

Auch das Thema Missbrauch brachte der Papst in der Unterredung mit den Bischöfen erneut auf die Tagesordnung. Er betonte, „dass es für die Kirche notwendig ist, mit einer dem Evangelium gemäßen Aufrichtigkeit und mutig die früheren Fehler im Zusammenhang mit dem Schutz der Kinder und der verwundbaren Erwachsenen anzuerkennen und wiedergutzumachen.“ Die Bischöfe seien in den vergangenen Jahren entschieden vorgegangen, um „Wege der Reinigung und Versöhnung mit den Missbrauchsopfern einzuschlagen“ und hätten sich gemeinsam mit nationalen Institutionen bemüht, strenge Regeln zum Kinderschutz aufzustellen.

Die Kirche in Irland solle sich mit „Aufrichtigkeit und Rechtschaffenheit“ diesem „schmerzhaften Kapitel“ ihrer Geschichte widmen und somit zum Vorbild für andere Kirchen weltweit werden.

[ „Gott ist immer Neuheit“ und er treibt uns an „ein ums andere Mal aufzubrechen und uns an neue Orte zu begeben, um über das Bekannte hinauszugehen“ ](Apostolisches Schreiben Gaudete et exsultate, 135). Mit diesen Worten rief der Papst die Bischöfe auf, trotz der „Erschütterungen“ der vergangenen Jahre, die den „starken Glauben des irischen volkes auf die Probe gestellt“ hätten, nach „kreativen Wegen“ zu suchen, um die Wahrheit des Evangeliums auch weiterhin zu bezeugen.

 

Den Glauben lehren

 

Die Weitergabe des Glaubens, so der Papst, sei in der sich rapide wandelnden Gesellschaft eine besondere Herausforderung. „Das Weltfamilientreffen hat uns große Hoffnung und Mut hinsichtlich der Tatsache verliehen, dass die Familien sich immer mehr ihrer unersetzlichen Rolle in der Weitergabe des Glaubens bewusst werden“, so Franziskus.

Auch die Vorbereitung von Lehrern und Lehrprogrammen zur religiösen Unterweisung an Schulen sei eine wichtige Aufgabe. In diesem Zusammenhang betonte der Papst auch die Wichtigkeit engagierter Laien.

 

Zuversicht und Einheit

 

Besonders in schwierigen Zeiten, betonte der Papst, sollten die Bischöfe auf die Wahrheit des Evangeliums vertrauen: „Jedes Mal, wenn ihr und euer Volk den Eindruck habt, eine kleine Herde zu sein, die Herausforderungen und Schwierigkeiten ausgesetzt ist, lasst euch nicht entmutigen. Wie uns der heilige Johannes vom Kreuz lehrt, strahlt gerade in der dunklen Nacht das Licht des Glaubens umso reiner in unseren Herzen auf. Und dieses Licht wird den Weg der Erneuerung des christlichen Lebens in Irland in den kommenden Jahren aufzeigen“, so heißt es in der Ansprache.

Der Papst betete auch für Versöhnung zwischen „allen Gliedern der irischen Familie“ und bezog sich damit auf den Friedensprozess zwischen der Republik Irland und Nordirland.

(vatican news – jm)

27 August 2018, 09:57