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Papst Franziskus liebkost ein Kind Papst Franziskus liebkost ein Kind 

Franziskus: Ethik verurteilt nicht, sondern zeigt Wege auf

Papst Franziskus hat katholische Ethiker dazu aufgerufen, über kulturelle Grenzen hinweg Lösungen für die moralischen Herausforderungen der Zeit zu erarbeiten. Es gehe darum zu lernen, „Formen der Solidarität mit der Welt“ zu finden, ohne Urteile zu fällen.

Das schrieb der Papst in einer Grußbotschaft an die Teilnehmer eines internationalen Treffens katholischer Ethiker in Sarajevo. Die rund 500 Theologen aus 80 Ländern tagen noch bis Sonntag. Unter dem Titel „A Critical Time for Bridge-Building, Catholic Theological Ethics Today" beschäftigen sie sich mit ethischen Aspekten der Klimakrise und ihrer Folgen auf arme Bevölkerungen sowie mit politischer Führung auf weltweiter Ebene.

Mit Blick auf das Tagungsmotto und die internationale Zusammensetzung der Konferenz wiederholte der Papst eine Aussage, die er schon oft traf: Brücken statt Mauern. Es gehe darum, „jedes Signal zu erfassen und jede Energie zu mobilisieren, um die Trennmauern in der Welt zu beseitigen und Brücken der Brüderlichkeit zu bauen“.

Danach ging Franziskus auf die ökologische Herausforderung unserer Zeit ein. Sie betreffe nicht nur die Achse der Beziehung zwischen Mensch und Natur, sondern auch die Achse der Beziehungen zwischen den Generationen und zwischen den Völkern, wo die Umweltfrage „gravierende Ungleichgewichte“ schaffe. Diese Ungleichgewichte seien Thema der ökologischen Ethik, aber auch der sozialen Ethik, es gehe um Menschen und um Gerechtigkeit. Der Papst begrüßte daher den Aufruf der Ethiker zugunsten von Migranten und Flüchtlingen.

 

Politiker sollen keine Machtspiele spielen, sondern gerechtere Wege weisen

 

Franziskus regte sodann eine neue Art politischer Führung an. Es brauche da keine lautstarken Ankündigungen noch „den Widerstreit zwischen denen, die spielen, wer am stärksten ist“. Heutige politische Leadership müsse helfen, „eine gerechtere Weise zu finden, wie wir auf der Welt sein können, alle zusammen als Teil eines gemeinsamen Schicksals“.

Ausdrücklich ermunterte der Papst die Ethiker dazu, sich untereinander über die fünf Kontinente hinweg zu vernetzen und im gemeinsamen Nachdenken wirksame Ressourcen für die Lösung der Probleme der Zeit zu erschließen. Es gehe „sicherlich nicht darum, Standpunkte zu vereinheitlichen“, stellte Franziskus klar, sondern im Austausch und im Dialog „mit gutem Willen eine Übereinstimmung der Absichten“ zu suchen.

 

Der Komplexität des menschlichen Lebens Rechnung tragen

 

Der Papst verwies auf sein Schreiben „Veritatis gaudium“ vom Januar 2018 über die katholischen Universitäten, wo er seine Grundkriterien für eine Erneuerung und einen Aufschwung der kirchlichen Studien festhielt und einen „Rundum–Dialog“ empfahl, der auch in der Theologie nötig sei. So rief der Papst die Ethiker dazu auf, die Wirklichkeit zu untersuchen und zu Analysen zu kommen, „die der Komplexität des menschlichen Lebens Rechnung tragen“.

Dabei könne die katholische Ethik immer besser lernen, dem Wort Gottes treu zu sein und zur Solidarität mit der Welt zu finden. Ethiker seien im Übrigen nicht gerufen, über die Welt „Urteile zu fällen, sondern dazu, Wege zu weisen, Entwicklungen zu begleiten, Wunden zu lindern, Zerbrechlichkeit zu stützen“.

(vatican news – gs)

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27. Juli 2018, 11:59