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Papst Franziskus küsst seinem Vorgänger Papst Benedikt die Hand Papst Franziskus küsst seinem Vorgänger Benedikt die Hand  (ANSA)

Benedikt XVI. ist „hellwach, auch wenn das Alter voranschreitet"

Auch für Benedikt XVI. schreitet das Alter voran, aber er ist trotz seiner 91 Jahre „hellwach“. Das sagte Kurienkardinal Angelo Becciu über den emeritierten Papst, der vergangene Woche nach dem Konsistorium alle neuen Kardinäle in seiner Residenz im Vatikan zu einem „kurzen Moment der Begrüßung und des Gebets“ empfangen hatte, wie Becciu ausführte.

Gudrun Sailer - Vatikanstadt

„Er hat in schönen, klaren Worten zu uns gesprochen, wie er es immer zu tun verstand, als er Papst war“, so der Kardinal bei einem Auftritt in Melfi am vergangenen Sonntag.

Becciu wirkte zwei Jahre lang als Substitut im Staatssekretariat neben Papst Benedikt XVI. „Er war es, der mich 2010 nach Rom rief, als ich gerade Nuntius in Kuba war", erinnert sich der Kardinal. Den heute emeritierten Papst schilderte er als „Mann der Einfachheit", „schüchtern, aber voller Zärtlichkeit". Ein methodisch denkender Mann, der „die Theologie und das Geheimnis Gottes zu vertiefen wusste" und dem es gelang, „diese Dinge den Menschen näherzubringen."

Ich merkte, dass er bei der Vorbereitung auf Brasilien etwas unentschlossen war...

 

Ein mutiger Mann, wie der Kardinal hinzufügte. „Er erkannte, dass er nicht mehr die Kraft hatte, die Kirche zu regieren, und traf die berühmte und edle Entscheidung zum Rücktritt.“ Benedikt habe sich nicht mehr dazu in der Lage gesehen, sein Amt auszuüben.

„Ich erinnere mich, dass wir die Reise zum Weltjugendtag in Brasilien vorbereiten mussten, und mir wurde klar, dass er etwas unentschlossen war", sagte Becciu. „Ich sagte ihm, wenn er sich nicht dazu in der Lage fühlte, dann würden die jungen Leute eben einmal einen Weltjugendtag ohne den Papst machen. Er antwortete, ein Weltjugendtag ohne den Papst sei kein Weltjugendtag. Und deshalb müsse der Papst dort sein. Er sagte nicht: ,Ich werde da sein', sondern ,Der Papst muss da sein'. Im Februar kündigte er seinen Rücktritt an. In ihm überwog das Pflichtbewusstsein und Verantwortung gegenüber der Kirche".

(Vatican News – gs)

 

 

03 Juli 2018, 11:46