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Papst Franziskus empfängt Astrophysiker in Audienz Papst Franziskus empfängt Astrophysiker in Audienz  (Vatican Media)

Papst an Astrophysiker: Universum verstehen, um Internet zu kapieren

Wissenschaft und Glaube müssen für die Erkenntnis der Welt zusammenarbeiten: Das schrieb Papst Franziskus den Teilnehmern an einem Sommerkurs über Astrophysik an der vatikanischen Sternwarte ins Stammbuch. Im Rahmen ihres Kurses empfing der Papst die jungen Wissenschaftler an diesem Donnerstag in Audienz.

Ludwig Waldmüller - Vatikanstadt

Schließlich aber, so sagte der Papst, gehe es dem Menschen nicht nur um die Erkenntnis und das Verstehen, sondern auch darum etwas zu tun und zu bewegen – und das solle immer in Liebe geschehen. Papst Franziskus zog dabei eine Parallele zwischen der astrophysischen Wissenschaft und der täglichen Beschäftigung der Menschen: „Das Universum ist unermesslich, und je mehr unser Verständnis von ihm wächst, vergrößert sich auch die Notwendigkeit, mit dem Fluss an Informationen umzugehen, die aus so vielen verschiedenen Quellen kommen. Vielleicht kann die Art, wie ihr mit einer solchen Menge an Daten umgeht, auch jenen Hoffnung geben, die sich in der Welt von der Revolution in der Computerwelt und der sozialen Medien überwältigt fühlen.“

Angesichts der Informationsfülle, aber eben auch des enormen Universums, fühle sich der Mensch oft unbedeutend und klein. Es sei, so der Papst wörtlich, „für Wissenschaftler wie für Gläubige wichtig, damit anzufangen, dass man zugibt, dass es vieles gibt, was wir nicht wissen.“ Es sei allerdings wichtig, sich nicht damit zufrieden zu geben, in einem „gemütlichen Agnostizismus“ stecken zu bleiben. „Genauso wie wir nie denken dürfen, alles zu wissen, so dürfen wir gleichzeitig nie davor zurückschrecken, mehr zu lernen.“

Aufgabe des Wissenschaftlers sei es, das Universum wenigstens in Teilen immer mehr zu verstehen und dabei auch zu sehen, was alles nicht zu wissen sei. Darüber hinaus sei aber der metaphysische Blick auf die Erste Ursache nötig, die sich allen Messwerkzeugen entziehe. Und schließlich sei da noch der weitere Blick des Glaubens, der „die Offenbarung annimmt“. Alle diese verschiedenen Ebenen der Erkenntnis, so Franziskus weiter, „führen zum Verständnis; und das Verständnis, so hoffen wir, öffnet uns für die Weisheit“.

14 Juni 2018, 13:52