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Der Ball zur Fußball-Weltmeisterschaft in Russland Der Ball zur Fußball-Weltmeisterschaft in Russland  (ANSA)

Klagemauer statt Segen vom Papst?

Am Mittwoch wollte der Papst die argentinische Nationalmannschaft empfangen. Der Vatikan musste die Audienz dann absagen. Die Fußballer wollten stattdessen nach Israel fahren. Das klappt jetzt auch nicht mehr.

Marion Sendker – Vatikanstadt 

Zuerst hatte Greg Burke, Pressesprecher des Heiligen Stuhls, per Twitter verkündet, dass der Papst am Mittwoch, 6. Juni, die argentinische Nationalelf in der Casa Santa Marta in Privataudienz empfangen werde. Nur drei Stunden später ruderte er zurück: „Aktualisierung: Die Audienz des Papstes mit dem argentinischen Team ist abgesagt worden“, verkündete er – wieder per Twitter.

Betont optimistisch fügte Burke aber noch mit Blick auf die bevorstehende Weltmeisterschaft in Russland hinzu: „Wir erwarten Euch mit Freude, wenn Ihr mit dem Pokal zurückkehrt.“

Umstrittenes Freundschaftsspiel abgesagt

 

Das Treffen war vor mehr als einem Monat angesetzt worden, berichten argentinische Medien. Warum die Fußballer nicht zum Papst nach Rom fliegen, um sich von ihrem Landsmann und Oberhaupt der katholischen Kirche den Segen für die Weltmeisterschaft abholen, teilte Burke nicht mit.

Dafür schreiben argentinische Medien, dass die AFA, der argentinische Fußballbund, logistische Schwierigkeiten angegeben habe. Man müsse nun nach Israel reisen, um sich auf das letzte Testspiel vor der WM vorzubereiten, das dort am Samstag stattfinden soll. Oder besser: Sollte. Denn dann, am späten Dienstagnachmittag sagen die Argentinier die Begegnung ab. Als Grund werden die immer lauter werdenden Drohungen gegen den argentinischen Kapitän Lionel Messi angeführt. 

Damit hat Palästinas Fußballverband sein Ziel der vergangenen Tage erreicht. Israel habe das Testspiel gegen den zweifachen Weltmeister als „politisches Werkzeug“ missbrauchen wollen, argumentierten die Palästinenser und forderten nicht nur Messi auf, im Freundschaftsspiel gegen Israel nicht einzulaufen, sondern hatten sich auch an die argentinische Regierung gewandt. 

Dass das Spiel nun doch nicht stattfindet, ist eine Absage an die verbindende Kraft des Sportes zugunsten politischer Querelen. Die Verlierer dieser Partie scheinen jedenfalls die Argentinier zu sein.

(vatican news – ms)

05 Juni 2018, 16:39