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Papstaudienz von diesem Montagvormittag Papstaudienz von diesem Montagvormittag  (Vatican Media)

Papst: Journalismus ist ein hoch anspruchsvoller Job

Wer im Journalismus arbeitet, hat eine große Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Das betonte der Papst an diesem Montagvormittag bei einer Audienz für die Jury eines italienischen Journalistenpreises. In seiner Ansprache ging Franziskus auf die heutige Medienwelt ein.

Mario Galgano – Vatikanstadt

„Journalist zu sein, hat mit Bildung von Menschen zu tun. Es geht um ihre Vision der Welt und ihre Haltung gegenüber Ereignissen", so der Papst. „Deshalb ist die journalistische Arbeit sehr anspruchsvoll, gerade in der gegenwärtigen Zeit, die einerseits von der Digitalisierung der Kommunikation und andererseits von der raschen Veränderung der Medienwelt geprägt ist.“

Er stelle vor allem bei seinen Apostolischen Reisen fest, wie bunt die Kommunikation weltweit geworden ist. Neben den „üblichen Kamerateams“ gebe es heutzutage auch junge Menschen, die mit ihren Smartphones „regelrechte Nachrichtenbeiträge“ veröffentlichten, die ein breites Publikum erreichten, sagte Franziskus.

„Oder ich denke an das alte Radio, das mittlerweile seine Interviews mit Handys aufzeichnet. Das zeigt doch, welchen Wandel wir derzeit erleben und zwar sowohl im Bereich der Technik als auch in der Sprache der Kommunikation. Es ist sehr anstrengend in diesen Prozess einzutreten, aber es ist auch notwendig, wenn Journalismus auch die neue Generation ansprechen will.”

Er wolle den Medienschaffenden drei Stichwörter mitgeben: Peripherie, Wahrheit und Hoffnung. Es sei wichtig, gerade jenen eine Stimme zu geben, die keine hätten. Diese befänden sich meist an der Peripherie der Gesellschaft, so der Papst. Die Wahrheit sei hingegen das Grundelement der Medienarbeit. „Es ist wichtig, dass ihr sehr anspruchsvoll mit euch selbst seid und nicht in die Falle von Ideologien oder Einzelinteressen tappt“, fügte Franziskus hinzu. Und dann gebe es noch das dritte Stichwort: Hoffnung gehöre dazu, denn Medienschaffende müssten die Probleme der Welt benennen und gleichzeitig auch daran erinnern, dass es immer eine Lösung gibt.

Der italienische Journalist Biagio Agnes, ein Katholik, der zum Aufbau des italienischen nationalen Rundfunks RAI in den vergangenen Jahrzehnten mitgetragen hatte, ist der Namensgeber eines Journalistenpreises, der in Italien so etwas wie der Pulitzerpreis für Medienschaffende ist.

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04 Juni 2018, 14:22