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Franziskus über Johannes XXIII.: Das Wort ,Feind' war ihm fremd

Franziskus würdigt seinen Vorgänger Johannes XXIII.: In einem Interview mit der katholischen Zeitung „Eco di Bergamo“ geht der amtierende Papst auf die Bedeutung des Konzilpapstes ein.

Mario Galgano – Vatikanstadt

Johannes XXIII. sei ein Heiliger gewesen, der „das Wort ,Feind' nicht kannte“. So kennzeichnet Franziskus den aus der Nähe von Bergamo stammenden Angelo Giuseppe Roncalli-Johannes XXIII. Es sei dem heiligen Papst immer ein Anliegen gewesen, „das Einende zu suchen“ und allen vor Augen zu halten, dass „die Kirche gerufen ist, den Menschen – egal ob katholisch oder nicht – zu dienen“. Johannes XXIII. habe sich immer für die Menschenrechte eingesetzt, unterstrich Franziskus in dem Interview.

Das Gespräch mit der norditalienischen Zeitung „Eco di Bergamo“ führte der Papst anlässlich der „Pilgerfahrt“ der sterblichen Überreste von Johannes XXIII. nach Bergamo. Der Leichnam des von Franziskus heiliggesprochenen Papstes wird von diesem Donnerstag an bis zum 10. Juni zunächst in Bergamo und dann im Geburtsort von Roncalli, dem Ort Sotto il Monte, gezeigt.

“ Es gibt noch viel zu tun ”

„Das ist ein Geschenk und eine Möglichkeit, einen neuen Glaubensweg einzuschlagen. Ich will diese Freude vor allem mit all jenen teilen, die noch nie nach Rom reisen konnten und aus dem Geburtsort von Johannes XXIII. stammen“, erläuterte der Papst die Bedeutung dieser besonderen Pilgerfahrt der sterblichen Überreste des Konzilpapstes.

Johannes XXIII. habe auch heute noch allen Menschen guten Willens viel zu sagen. Gerade in einer Zeit, in der trotz der Flüchtlingskrise Mauern und Hindernisse aufgebaut würden, sei die Botschaft der Hilfe und der Offenheit, wie sie Johannes XXIII. propagiert habe, sehr wichtig. Bergamo war zu Roncallis Lebzeiten eine eher ärmere Gegend, heute hingegen zählt sie zu den wirtschaftlich aufblühenden Städten Italiens. Gleichzeitig gilt sie auch als Hochburg der fremdenfeindlichen und nationalistisch eingestellten Parteien wie der „Lega“ von Matteo Salvini, der sich im jüngsten Wahlkampf explizit gegen die Einstellung von Franziskus gegenüber Flüchtlingen engagiert hat.

„Es gibt noch viel zu tun“, so der Papst im Interview mit dem „Eco di Bergamo“. „Wir müssen eine neue Kultur schaffen, eine neue Mentalität aufbauen und die neue Generation dahin bilden, dass sie die Menschheit als eine einzige Familie betrachtet“, schloss der Papst seine Gedanken über Johannes XXIII. ab.

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24 Mai 2018, 11:51