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Papst Franziskus küsst ein Baby am Rand der Generalaudienz Papst Franziskus küsst ein Baby am Rand der Generalaudienz  (Vatican Media)

Generalaudienz: „Vergesst nicht, die Kinder zu taufen!“

Babys taufen, obwohl sie gar nicht verstehen, was da passiert? Auf jeden Fall, empfiehlt Papst Franziskus. „Bei der Taufe tritt der Heilige Geist in den Menschen ein und bringt auch in einem kleinen Kind christliche Tugenden zum Wachsen, die später blühen werden“. Das sagte Franziskus am Mittwoch bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz.

Nach dem Abschluss der Katechesenreihe zur Heiligen Messe sprach der Papst diesmal über die Taufe: Die Osterzeit sei die rechte Zeit, über das christliche Leben nachzudenken, und dieses beginne mit der Taufe. „Sie ist das erste der Sakramente, weil sie dem Herrn erlaubt, sich bei uns niederzulassen und in sein Geheimnis einzudringen“, so der Papst.

Die Taufe ist eine christliche Wiedergeburt, erklärte Franziskus mit Verweis auf das griechische Wort für Taufe, das „untertauchen“ bedeutet. „Dank des Heiligen Geistes taucht uns die Taufe in den Tod und die Auferstehung des Herrn ein“. Im Taufbecken tauche der alte, von der Sünde beherrschte Mensch unter, und aus dem Wasser tauche er wieder auf als neuer Mensch, „neu geschöpft in Jesus“.

Hier zum Hören:

 

Den Tauftag ebenso feiern wie den Geburtstag

 

Abermals forderte der Papst die Gläubigen dazu auf, sich das Datum ihrer eigenen Taufe herauszusuchen und zu merken. „Wenn wir unseren Geburtstag feiern, wie sollen wir dann den Wiedergeburts-Tag nicht feiern, oder uns zumindest daran erinnern?“, fragte Franziskus. Am Tauftag müsse man dem Herrn danken, „weil das eben der Tag ist, in dem Jesus in mich eingetreten ist, in dem der Heilige Geist in mich eingetreten ist.“

Weil das Sakrament also mit Christus vereint, gliedert es den Täufling in den Leib Christi ein, fuhr der Papst fort: „Wir sind nicht isoliert. Als Getauften sind wir nicht isoliert: wir sind Glieder des Leibes Christi, der die Kirche ist, und wir haben Anteil an seiner Sendung in der Welt.“ So erlaube es die Taufe, vereint mit Christus zu leben, so dass ein jeder nach seiner Art an der Kirche und an der Verwandlung der Welt mitarbeiten kann.

 

Man soll diese Gelegenheit allen Kindern geben: den Heiligen Geist in sich zu haben

 

Es gibt, so der Papst, ein „Vorher“ und ein „Nachher“ der Taufe. Der Empfang des Sakraments setze eines Glaubensweg voraus, wenn es sich bei dem Taufbewerber um einen Erwachsenen handelt. Von der Frühzeit der Kirche an aber wurden auch Kinder im Glauben der Eltern getauft.

Franziskus versuchte an dieser Stelle den heute öfter zu hörenden Einwand zu entkräften, Kinder sollten später einmal selbst entscheiden, ob sie die Taufe empfangen wollen oder nicht, aber nicht als Babys, weil sie ohnehin nichts verstünden. „Das bedeutet, dem Heiligen Geist nicht zu vertrauen“, so der Papst, „denn wenn wir ein Kind taufen, tritt der Heilige Geist in es ein und bringt in ihm christliche Tugenden zum Wachsen, die später blühen werden. Man soll diese Gelegenheit allen Kindern geben: den Heiligen Geist in sich zu haben, der sie in ihrem Leben leitet. Vergesst nicht, die Kinder zu taufen.“

Niemand „verdient“ die Taufe, die immer ein Geschenk sei; sie gedeihe aber, wie ein guter Samen, „in einem Erdreich voller Glauben“. Die Taufe „christianisiert“, so der Papst, sie verwandelt den Getauften in Christus.

(Vatican News – gs)

11 April 2018, 11:34