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Papst Franziskus und Salvo Noé Papst Franziskus Salvo Noé 

Papst: Lieben statt jammern

In einem Vorwort für das neue Buch des italienischen Psychologen und Motivationstrainers Salvo Noé schreibt Papst Franziskus, dass sich ein Christ immer vor Augen halten solle, „dass er ein Kind Gottes“ sei. Deshalb dürfe man nicht jammern, sondern man müsse mit Zuversicht vorwärts schauen.

Mario Galgano – Vatikanstadt

Im Juli 2017 hatte der italienische Autor Noé dem Papst bei einer Generalaudienz ein Schild geschenkt. Darauf stand auf Italienisch: „Jammern verboten“. Daraufhin hatte der Papst, der von diesem Geschenk positiv überrascht war, das Schild an der Eingangstür zu seinem Zimmer aufgehängt. Noé wird nun zu dem Thema ein Buch herausgeben; das Vorwort stammt von niemand Geringerem als von Papst Franziskus selbst. Die katholische Zeitschrift „Famiglia Cristiana“ hat an diesem Donnerstag den Text des Papstes vorab publiziert.

Wir lebten in einer Zeit „voller Ungewissheiten und Schwächen“, schreibt Franziskus. Doch im Tiefen eines jeden Herzens gebe es die Sehnsucht nach Liebe. Deshalb müsse man damit aufhören, zu jammern und stattdessen sich Gott zuwenden, der Liebe sei. Der Vater liebe immer seine Kinder, auch wenn sie Sünder und nichtkohärente Söhne und Töchter seien, fuhr Franziskus fort. In jedem Herzen sei „ein wenig Staub zu finden“. Der eine habe „ein bisschen mehr“, der andere weniger, doch das Treffen mit dem Herrn heile jeden. Jeder bedürfe dieses Treffens, weil es keine „Supermenschen“ gebe. Es gebe stattdessen nur „Menschen, die auf dem Weg sind“, so der Papst. Und dieser Weg sei Jesus, der zur Umkehr aufrufe. Dazu müsse man sich bemühen, denn es gebe keinen „einfachen Weg“, den man sitzend begehen könne. Man müsse aber mit Mut diesen Weg eingehen, um dann am Ziel die Liebe zu erreichen.

Der Papst hatte das „Jammern verboten“-Schild ursprünglich von dem Psychologen als Geschenk erhalten und bei Entgegennahme zunächst angekündigt, es dort zu platzieren, wo er Besucher empfängt. Letztendlich entschloss er sich jedoch dazu, es an der Tür zu seinen Privatgemächern im Gästehaus Santa Marta Hotel aufzuhängen. Franziskus ist dafür bekannt, dass er betrübte Gläubige dazu ermuntert, ihre Melancholie abzuschütteln und weniger zu murren. Kleingedruckt steht auf dem Schild, wer sich beklage, „entwickelt einen Opferkomplex, der zu schlechteren Problemlösungsfähigkeiten führt“. Gegen das Jammerverbot dürfe man auf keinen Fall verstoßen, wenn Kinder in der Nähe seien. Stattdessen rät das Schild, sich auf sein Potenzial und nicht auf seine Grenzen zu konzentrieren: „Hör auf zu jammern und handele, um dein Leben besser zu machen.“

08 März 2018, 14:00