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Papst Franziskus beim Angelus Papst Franziskus beim Angelus  (Vatican Media)

Angelus: Macht aus eurer Seele keinen Marktplatz

Jesus vertreibt die Händler aus dem Tempel: Was sagt uns das für unsere Art zu denken und zu handeln? Darüber hat Franziskus beim Angelusgebet an diesem Sonntag gesprochen.

Gudrun Sailer – Vatikanstadt

Das Verhalten von Jesus erinnert die Christen daran, dass sie aus ihrer Seele, „in der Gott zu Hause ist, keinen Marktplatz machen sollen“. Sie sollen nicht in der dauernden Suche nach dem eigenen Vorteil leben „statt in der großzügigen und solidarischen Liebe“, so der Papst.

Franziskus warnte vor dieser merkantilen Versuchung, die einzelne Gläubige wie auch kirchliche Gemeinschaften und die Gesellschaft als solche heimsuche. Es komme in der Tat ziemlich oft vor, dass an sich gute Aktivitäten ausgenützt werden, „um Privatinteressen, manchmal sogar illegale, zu verfolgen“. Das sei eine schlimme Gefahr, „besonders, wenn sie Gott selbst und den ihm geschuldeten Kult instrumentalisiert, oder den Dienst am Menschen“. Es sei „sehr hässlich, wenn die Kirche in dieses Verhalten hineinschlittert, aus dem Haus Gottes einen Markt zu machen“, so Franziskus. Aus diesem Grund habe Jesus im Tempel zu Jerusalem zu drastischen Mitteln gegriffen.

Allerdings habe Jesus sich „nicht gewalttätig“ verhalten, als er die Händler aus dem Haus Gottes vertrieb. Die Zeitgenossen hätten sein Verhalten als „typische Handlung der Propheten“ gesehen, „die oft im Namen Gottes Missbräuche und Exzesse brandmarkten“.

Der Einsatz für den Vater und sein Haus führte Jesus schließlich ans Kreuz, fuhr Franziskus fort. Das Sonntagsevangelium deutete dies bereits an, als Jesus sagte, „reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten“ und dabei den Tempel seines Leibes meinte. „Mit Ostern beginnt ein neuer Kult, der Kult der Liebe, und ein neuer Tempel, der er (Jesus) selbst ist“, so Franziskus.

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04 März 2018, 12:18