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Der Papst empfängt Sheikh Hasina, die Ministerpräsidentin von Bangladesch Der Papst empfängt Sheikh Hasina, die Ministerpräsidentin von Bangladesch  (ANSA)

Papst spricht mit Bangladeschs Premierministerin über Rohingya

Papst Franziskus hat die Regierungschefin von Bangladesch empfangen und mit ihr neuerlich über das Drama der Rohingya-Flüchtlinge aus Myanmar gesprochen.

Gudrun Sailer - Vatikanstadt

Sheikh Hasina kam am Montag zur Privataudienz mit dem Papst zusammen, den sie vor gut zwei Monaten als Gast in ihrem Land empfangen hatte. Franziskus drückte der Premierministerin seine Wertschätzung für die Aufnahme der muslimischen Flüchtlinge aus dem Nachbarland aus, hieß es danach in einer Stellungnahme aus dem Vatikan. Beide wünschten „eine gerechte und dauerhafte Lösung“ für das „Drama“ dieser Menschen. Franziskus war in Bangladesch persönlich Rohingya-Flüchtlingen begegnet.

Hunderttausende Rohingya flohen letztes Jahr aus ihrer Heimat Myanmar nach Bangladesch vor brutalen Vertreibungen des birmanischen Militärs und nationalistischer Buddhisten. Die Vereinten Nationen sprechen von einem möglichen „Völkermord“ an den Rohingya und „ethnischen Säuberungen“.

Franziskus und Sheikh Hasina unterhielten sich darüber hinaus über den Beitrag der katholischen Kirche zur Entwicklung Bangladeschs, vor allem im Bildungsbereich. Auch ging es um die Bemühungen des Staates mit deutlicher muslimischer Bevölkerungsmehrheit, das friedliche Zusammenleben zwischen Religionen und Minderheiten zu fördern. Im Anschluss traf die Ministerpräsidentin den vatikanischen Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, wie bei Privataudienzen mit Regierungschefs üblich.

Franziskus hatte Ende November und Anfang Dezember 2017 Myanmar und Bangladesch besucht. In Myanmar verzichtete er darauf, das Wort „Rohingya” zu erwähnen, rief aber zur „Achtung jeder Volksgruppe" auf. In Bangladesch empfing er 16 Angehörige der verfolgten muslimischen Minderheit aus einem Lager im südlichen Bezirk Cox's Bazar, wo die meisten Rohingya in Bangladesch - unter äußerst prekären Bedingungen – untergekommen sind.

12 Februar 2018, 13:20