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Papst an die Mitglieder der Santa Marta Group Papst an die Mitglieder der Santa Marta Group  (Vatican Media)

Papst prangert Menschenhandel an

Papst Franziskus hat die Teilnehmer der sogenannten Santa Marta Group empfangen. Die Konferenz behandelte diese Woche Themen, die der Bekämpfung von Menschenhandel dienen. Es war die fünfte Zusammenkunft der Gruppe.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Menschenhandel sei viel verbreiteter als manch einer denken möge, so der Papst an die Mitglieder der Santa Marta Group bei der Audienz von diesem Freitagmittag im Vatikan. Um diesem schrecklichen Phänomen Herr zu werden, müsse man alle möglichen Mitteln berücksichtigen. Der Papst nannte zwei Wege: einerseits sei es wichtig, die modernen Technologien „verantwortungsvoll“ zu benutzen. Franziskus warnte vor einem „gefährlichen Umgang“ mit den heutigen Kommunikationsmitteln. Gerade junge und bedürftige Menschen liefen hier Gefahr, auf falsche Wege zu geraten. 

Ein zweiter Weg, den man berücksichtigen soll, sei der ethische Wertekatalog im Bereich der Finanzen und Wirtschaft. Geld könne zu einer gefährlichen Verführung werden. Wirtschaftlicher Wachstum müsse immer den Menschen und nicht den Profit in den Vordergrund stellen, so der Papst.

Bei der Gründungskonferenz der Santa Marta Group im April 2014 hatte Papst Franziskus die Weltgemeinschaft aufgerufen, durch „gemeinsame und effektive Strategien“ dafür zu sorgen, dass „überall auf der Welt Männer und Frauen nicht mehr als Mittel zum Zweck missbraucht werden und ihre unantastbare Würde geschützt wird“. Unter den insgesamt 130 Delegierten aus über 30 Ländern, die diese Woche in Rom waren, nahmen auch zwei Vertreter des Bundeskriminalamts und eine Ordensschwester der Frauenrechtsorganisation SOLWODI aus Berlin teil.

Geleitet wird die Santa Marta Group von Kardinal Vincent Nichols (Westminster), dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz von England und Wales. Auch der burmesische Kardinal Charles Bo nahm an der Konferenz teil und referierte am Freitagmittag bei einer Pressekonferenz, es sei bei den Gesprächen vor allem um Vertrauensbildung gegangen.

„Was mich beeindruckt hat, ist die Tatsache, dass die Teilnehmer auch ihre Niederlagen mitgeteilt haben und nicht nur ihre Erfolge“, so Kardinal Bo. Es sei üblich, dass bei Konferenzen nur die positiven Dingen hervorgehoben werden. Die negativen Erfahrungen seien eines der fünf Elemente gewesen, die das Treffen beschreiben. Ein zweiter Bereich betraf die Zahlen. Man gehe davon aus, dass weltweit  über 42 Millionen Opfer von Menschenhandel seien.

„Ein weiterer Punkt betrifft die Zusammenarbeit, die sowohl lokal als auch global geschehen soll. Das haben wir alle klar hervorgehoben“, erläutert Kardinal Bo den dritten Punkt. Die Santa Marta Group arbeite auf internationaler Ebene. Der vierte Punkt betreffe den Austausch von Informationen. „Jedes Land ist gleichermaßen von Menschenhandel betroffen. Es gibt nicht nur Herkunftsländer und Zielorte. Opfer von Menschenhandel können von überall her sein, auch aus dem Westen und nicht nur aus den ärmeren Gegenden der Welt“, so Kardinal Bo. Der fünfte und letzte Punkt, den er aufzählte, sei die Zusammenarbeit mit den Medien. „Das bedarf von Seiten der Medien, dass sie verantwortungsvoll mit Nachrichten und Informationen umgehen, aber umgekehrt, dass jeder auch Vertrauen in sie hat“, schloss der burmesische Kardinal.

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09 Februar 2018, 14:48