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Der Papst mit Kindern auf der Plaza de Armas in Lima Der Papst mit Kindern auf der Plaza de Armas in Lima 

Die Ansprache bei der Begegnung mit den Jugendlichen vor dem Angelusgebet

Hier die Papstworte in einer offiziellen deutschen Übersetzung.

Liebe Jugendliche, ich freue mich, bei euch zu sein. Diese Treffen sind für mich sehr wichtig, ganz besonders in diesem Jahr der Vorbereitung auf die Jugendsynode. Eure Gesichter, eure Wünsche, euer Leben sind wichtig für die Kirche. Wir müssen ihnen die Bedeutung beimessen, die sie verdienen, sowie den Mut haben, den viele junge Menschen dieses Landes hatten: Sie hatten keine Angst, Jesus zu lieben und sich für ihn einzusetzen.

Liebe Freunde, wie viele Vorbilder habt ihr! Ich denke an den heiligen Martin von Porres. Nichts hinderte diesen jungen Mann daran, seine Träume zu erfüllen, nichts hinderte ihn daran, sein Leben für andere hinzugeben, nichts hinderte ihn daran, zu lieben. Und er tat es, weil er erfahren hatte, dass der Herr ihn zuerst geliebt hatte – so wie er war: als Mulatte und im Kampf mit vielen Entbehrungen. Aus menschlicher Sicht und in den Augen seiner Freunde schien er „zum Verlierer“ bestimmt zu sein, aber er verstand es, das zu tun, was zum Geheimnis seines Lebens werden würde: Vertrauen haben. Er vertraute dem Herrn, der ihn liebte. Wisst ihr warum? Weil der Herr zuerst in ihn Vertrauen gesetzt hatte; wie er in jeden von euch Vertrauen hat, und er wird niemals müde, Vertrauen zu haben.

Ihr könnt mir sagen: aber manchmal ist es sehr schwierig. Ich verstehe euch. In diesen Augenblicken können negative Gedanken kommen, wir können uns von verschiedenen Situationen überwältigt fühlen und stehen scheinbar im Abseits; sie scheinen die Oberhand zu gewinnen. Aber so ist es nicht, oder?

Es gibt Zeiten, in denen ihr vielleicht denkt, dass die Verwirklichung der Wünsche eures Lebens, eurer Träume nicht möglich ist. Wir alle haben solche Situationen durchgemacht. Liebe Freunde, vergesst in diesen Augenblicken, wenn der Glaube zu erlöschen scheint, nicht, dass Jesus euch zur Seite steht. Gebt nicht auf, verliert nicht die Hoffnung! Vergesst nicht die Heiligen, die uns vom Himmel aus begleiten; wendet euch an sie, betet und werdet nicht müde, um ihre Fürsprache zu bitten. Die Heiligen von gestern, aber auch von heute: Dieses Land hat viele, weil es ein „von Heiligkeit erfülltes Land“ ist. Bittet um Hilfe, um Rat von Menschen, die ihr als gute Ratgeber kennt, weil ihre Gesichter Freude und Frieden zum Ausdruck bringen. Lasst euch von ihnen begleiten und geht so auf dem Weg des Lebens voran.

Jesus möchte euch in Bewegung sehen; er möchte sehen, dass du deine Ideale weiterverfolgst und dass du dich entscheidest, seinen Weisungen zu folgen. Er wird euch auf den Weg der Seligpreisungen führen, einen Weg, der keineswegs einfach, aber spannend ist, einen Weg, den man nicht alleine gehen kann, sondern in einer Gruppe, auf dem jeder mitarbeiten und sein Bestes geben kann. Jesus zählt auf dich wie schon vor langer Zeit auf die heilige Rosa von Lima, den heiligen Turibio, den heiligen Juan Macías, den heiligen Francisco Solano und viele andere. Frag dich heute, ob du wie sie bereit bist, ihm zu folgen. Bist du bereit, ihm zu folgen? Dich von seinem Geist antreiben zu lassen, sein Königreich der Gerechtigkeit und Liebe gegenwärtig werden zu lassen?

Liebe Freunde, der Herr schaut hoffnungsvoll auf euch, er ist von euch nie entmutigt. Vielleicht wir, ja wir können von uns selbst oder anderen entmutigt sein.

Ich weiß, dass die digital bearbeiteten Fotos sehr schön anzusehen sind, aber das geht nur bei Fotos. Wir können nicht die anderen, die Wirklichkeit noch uns selbst mit Photoshop verändern. Farbfilter und High Definition funktionieren nur bei Videos gut, aber wir können sie niemals auf Freunde anwenden. Es gibt Fotos, die sehr schön sind, aber sie sind alle manipuliert. Und lasst es mich euch sagen: Das Herz kann man nicht mit Photoshop bearbeiten, denn dort spielt sich die wahre Liebe ab, dort spielt sich das Glück ab.

Jesus möchte nicht, dass du dein Herz „schminkst“; er liebt dich, wie du bist, und hat einen Traum, der mit jedem von euch verwirklicht werden kann. Vergesst das nicht, er ist von euch nicht entmutigt. Und wenn ihr entmutigt seid, lade ich euch ein, die Bibel zu lesen und sich an die Freunde zu erinnern, die Gott erwählt hat: Moses stotterte; Abraham war ein alter Mann; Jeremia sehr jung; Zachäus von kleiner Statur; die Jünger schliefen ein, als Jesus ihnen sagte, sie sollen beten; Paulus war ein Christenverfolger; Petrus hat ihn verleugnet ... und so könnten wir diese Liste fortsetzen. Welche Entschuldigung werden wir finden?

Wenn Jesus uns ansieht, fragt er nicht, wie perfekt wir sind, sondern er denkt an all die Liebe, die wir im Herzen haben, um sie anderen zu schenken und ihnen zu dienen. Genau darauf kommt es bei ihm an und darauf besteht er immer. Kümmere dich nicht um deine Größe, ob du ein guter oder schlechter Redner bist, ob du einschläfst, während du betest, ob du sehr jung oder alt bist. Die einzige Frage ist: Willst du mir folgen und mein Jünger sein? Verschwende keine Zeit damit, dein Herz zu maskieren, fülle dein Leben mit dem Heiligen Geist!

Jesus wartet ständig darauf, uns seinen Geist zu geben, der die Liebe ist, die Gott in unsere Herzen ausgießen möchte, um uns zu seinen missionarischen Jüngern zu machen.

Von der Nachfolge Jesu bleibt man nie ausgeschlossen, niemals. Selbst wenn wir Fehler machen, bietet der Herr uns immer eine neue Möglichkeit, den Weg mit ihm wiederaufzunehmen.

Liebe junge Freunde, in meinem Gebet lege ich euch in die Hände der seligen Jungfrau Maria. Seid sicher, dass sie euch in jedem Augenblick eures Lebens, an allen Kreuzungen eures Weges begleiten wird, besonders wenn ihr wichtige Entscheidungen treffen müsst. Sie wird da sein, wie eine gute Mutter, um euch zu ermutigen, euch zu unterstützen, damit ihr nicht den Mut verliert. Und wenn du dich von diesen Dingen entmutigen lässt, mach dir keine Sorgen und sage es Jesus. Hör nur nicht auf zu beten, höre nicht auf zu bitten, höre nicht auf, ihrem mütterlichen Schutz zu vertrauen.

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22. Januar 2018, 15:35