Papst Franziskus besucht die Päpstliche Katholische Universität Papst Franziskus besucht die Päpstliche Katholische Universität 

Uni-Besuch des Papstes: „Das Staunen der Studierenden wecken“

Integration war das große Thema beim Besuch von Papst Franziskus in der Päpstlichen Katholischen Universität in Santiago de Chile, Integration von Studierenden, Integration der Weisheit der Indigenen, Integration von Denken und Spüren.

Bernd Hagenkord SJ - Vatikanstadt

Was gestern galt, erfordert heute neue Antworten: Papst Franziskus lud zur Reflexion der Rolle der Universität ein, es wurde zu einer sehr grundsätzlichen Ansprache zum Thema Bildung. Die vom Papst besuchte Universität gilt als eine des Besten auf dem gesamten südlichen Halbkontinent Amerikas.

 

Vom Miteinander geprägt

 

Bildungsprozesse müssten „transformierend, einbeziehend und vom Miteinander geprägt“ sein. „Es ist nicht sosehr eine Frage der Inhalte, sondern es geht darum, darin zu unterweisen, in integrierender Weise zu denken und zu urteilen. .. Und um dies zu erreichen, ist es notwendig, eine  - wie ich es nennen würde – integrierende Alphabetisierung zu entwickeln“, damit könnten die verschiedenen Prozesse, welche die Gesellschaft veränderten, aufeinander abgestimmt werden. Der Papst warb dafür, die Studierenden in die Bildungsprozesse einzubeziehen.

Diese Einladung führte den Papst zu seinem zweiten Punkt: dem Vorankommen in Gemeinschaft. Die Kultur heute rege immer mehr zu Teilhabe an. „Die aktuelle Kultur erfordert neue Formen, die geeignet sind, alle einzubeziehen, die das soziale Geschehen und daher das Bildungsgeschehen mitgestalten. Von daher ergibt sich die Bedeutsamkeit, das Konzept der Bildungsgemeinschaft zu erweitern.“

 

Einbeziehen der Adressaten

 

Was bedeutet das konkret? Keine Erkenntnisse „unter Ausschluss der Adressaten der Erkenntnisse zu konstruieren“. Außerdem die Trennung von Verstand und Aktion, zwischen Denken und Spüren, zwischen Erkennen und Leben zu vermeiden. „Das Erkennen muss sich immer zum Dienst am Leben berufen fühlen“, fasste der Papst zusammen. Bildung gehöre nicht in Hörsäle und Bibliotheken, sondern brauche die Herausforderung durch Partizipation.

„Das Erkennen muss sich immer zum Dienst am Leben berufen fühlen“

Immer wieder kam der Papst in seiner Ansprache auf die Weisheit und die Kultur der indigenen Völker zu sprechen, traditionell Objekte, nicht Subjekte, universitären Denkens, „sie müssen die wesentlichen Ansprechpartner“ werden, wenn es um ihre Angelegenheiten gehe.

„Die latente Versuchung in jedem akademischen Umfeld ist wohl, die Schöpfung auf einige interpretative Schemata zu reduzieren und sie so des eigentlichen Mysteriums zu berauben, das ganze Generationen dazu bewegt hat, das unbedingt Notwendige, Gute, Schöne und Wahre zu suchen.“ Es gehe darum, das Staunen in den Studierenden zu wecken, so der Papst.

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17. Januar 2018, 22:53