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Der Papst im Gespräch mit dem Präsidenten von Myanmar Der Papst im Gespräch mit dem Präsidenten von Myanmar  (AFP or licensors)

Der Papst im Gespräch mit dem Präsidenten von Myanmar

Es war der Reisetag der offiziellen Begegnungen: Franziskus hat in Myanmars Hauptstadt Naypyidaw an diesem Dienstag Staatspräsident Htin Kyaw und Regierungschefin Aung San Suu Kyi getroffen.

Im Anschluss hielt er vor Vertretern der Regierung, der Gesellschaft und des Diplomatischen Corps seine erste offizielle Rede. „Ich hoffe, dass mein Besuch die ganze Bevölkerung Myanmars einschließt und zum Bau einer inklusiven Gesellschaft ermutigen kann“, wandte sich Franziskus über Twitter an Myanmars Gesellschaft.

Von Rangun aus bis in die Hauptstadt Naypyidaw sind es vier Stunden Fahrtzeit Richtung Norden; der Papst nahm ein Flugzeug, um in die von der ehemaligen Militärregierung errichtete Planstadt zu reisen. Weite, leere Straßen, gesäumt von Regierungsgebäuden, Luxushotels und Vergnügungsparks bilden die Kulisse, durch die Franziskus an diesem Dienstag zum kolossalen Präsidentenpalast fuhr, wo ihm ein ehrenvoller Empfang bereitet wurde. 

Im Palast stattete Franziskus zunächst Staatspräsident Htin Kyaw einen Höflichkeitsbesuch ab, der hinter verschlossenen Türen stattfand. Der im März 2016 ins Amt gewählte Politiker ist der erste zivile, nicht aus den Reihen des Militärs stammende Staatschef Myanmars seit mehr als 50 Jahren. Htin, der wie Aung San Suu Kyi der „Nationalen Liga für Demokratie“ (NLD) angehört, gilt als enger Vertrauter der de facto-Regierungschefin, die aufgrund einer Verfassungsklausel nicht selbst für das Amt kandidieren konnte. Bezug auf den religiösen Kontext des Landes nahm der Papst mit seinem Geschenk an den Politiker: Er übergab Htin den Abdruck eines Vatikankodex aus der Apostolischen Bibliothek, der mit farbenfrohen Bildern und einem Begleittext in der Landessprache Myanmars sieben Episoden aus dem Leben Buddhas erzählt. Im Ehren-Gästebuch im Präsidentenpalast hinterließ Franziskus einen Segensgruß für Gerechtigkeit, Frieden und Einheit für alle Menschen des asiatischen Landes. 

In privater Form fand im Anschluss auch die Begegnung des Papstes mit Aung San Suu Kyi statt, der Staatsberaterin und Außenministerin Myanmars. Die Friedensnobelpreisträgerin, die Myanmars Volk liebevoll „unsere Lady“ nennt, hatte für ihren Freiheitskampf und den Einsatz für eine gewaltfreie Demokratisierung ihres Heimatlandes mit 15 Jahren Hausarrest bezahlt. 2011, kurz nach ihrer Entlassung aus dem Arrest, übernahm sie den Vorsitz der „Nationalen Liga für Demokratie“ (NLD). Aung ist Buddhistin, wurde jedoch in einer katholischen Einrichtung erzogen, und ihr inzwischen verstorbener Ehemann war katholisch getauft. Mit Kardinal Charles Maung Bo, dem Erzbischof von Rangun, ist sie befreundet, die beiden tauschen sich regelmäßig aus.

(rv 28.11.2017 pr)

28 November 2017, 15:10