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Papst Franziskus Papst Franziskus  (ANSA)

Papst: Nie der Sklaverei des Geldes verfallen

Niemals der Sklaverei des Geldes zu verfallen und die Armen nie aus dem Blick zu verlieren – das hat Papst Franziskus an diesem Donnerstag angehenden Akteuren der Wirtschafts- und Finanzwelt ins Stammbuch geschrieben: Im Vatikan empfing er rund 80 Studenten der französischen Privatuniversität „Institution des Chartreux“ aus Lyon, die vom Erzbischof der Stadt, Kardinal Philippe Barbarin, begleitet wurden.

Anne Preckel - Vatikanstadt

„Es ist wesentlich, dass ihr schon jetzt und in eurem zukünftigen Berufsleben lernt, nicht der Faszination des Geldes zu verfallen, dieser Sklaverei, in die das Geld jeden verschließt, der einen Kult daraus macht. Es ist auch wichtig, dass ihr heute die Kraft und den Mut fassen könnt, um nicht blind der unsichtbaren Hand des Marktes zu gehorchen.“

Im Namen des Aufbaus einer brüderlicheren Welt sollten die jungen Leute zu „Förderern und Verteidigern der Gleichheit“ und „Handwerkern der Gerechtigkeit“ werden, ermutigte sie der Papst. Um diese Ethik auszubilden, sollten sie bereits ihre Studienzeit nutzen, so Franziskus. Niemals dürften sie dabei die Armen aus dem Blick verlieren:

„Vergesst nie, dass jede Ungerechtigkeit gegen einen Armen eine offene Wunde ist und eure eigene Würde vermindert. Und auch wenn diese Welt von euch erwartet, dass ihr auf Erfolg zielt - nehmt euch die Mittel und die Zeit, um Wege der Brüderlichkeit zu beschreiten, um Brücken statt Mauern zwischen den Menschen zu errichten: Tragt euren Stein zum Hausbau einer gerechteren und menschlicheren Gesellschaft bei!“

Die Studenten bereiten sich auf der Privatuniversität auf eine Karriere im Bereich der Wirtschaft, des internationalen Handels und Finanzwesens vor. Der Papst zeigte sich erfreut darüber, dass die Ausbildung am Chartreux-Institut auch ethische und philosophische Fragen berücksichtigt.

19 Oktober 2017, 10:40