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Frühmesse: Gebet für die Familien, die Opfer von Wucher sind

In diesen schweren Zeiten leiden vor allem Familien. Einige von ihnen seien sogar in den Fängen von Wucherern gelandet, erinnerte Papst Franziskus bei der Morgenmesse an diesem Donnerstag, seinem Namenstag, in der Casa Santa Marta.

Mario Galgano – Vatikanstadt

Er wolle zu Beginn der Messfeier für jene beten, die in dieser Corona-Zeit zu den gefährdetsten Gruppen der Gesellschaft zählten, so der Papst. Dies seien Familien, die an vielen Orten litten.

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„Es gibt viele Familien, die in Not sind, die sogar hungern, und leider ist die einzige Gruppe, die ihnen hilft, jene der Wucherer: Dies ist eine weitere Pandemie, die soziale Pandemie. Familienväter und Mütter, die Tagelöhner sind oder leider illegal arbeiten, und nun nicht mehr arbeiten können, um ihre Kinder zu ernähren... und dann nehmen die Wucherer noch das wenige, was diese Familien haben. Lasst uns für diese Familien beten, für die vielen Kinder in diesen Familien, für die Würde dieser Familien, und lasst uns auch für Wucherer beten: Möge der Herr ihre Herzen berühren und sie sich bekehren.“

Papst Franziskus bei der Frühmesse
Papst Franziskus bei der Frühmesse

In seinem Kommentar zu den Tageslesungen ging der Papst zunächst nicht auf das Evangelium nach Johannes (Joh 3, 31-36 ) ein, sondern Franziskus sprach vor allem über die Lesung aus der Apostelgeschichte (Apg 5, 27-33) und das darin geschilderte Verhalten von Petrus. Vor dem Hohen Rat verhielt sich Petrus anders, als in jener Zeit, in der er vor den Hohepriestern Jesus sogar verleugnet hatte. Nun stand ein „anderer Petrus“ da, so der Papst. Zuvor hatte der Apostel noch „so viel Angst“. Da fragte sich der Papst, wie es geschehen konnte, dass Petrus plötzlich so viel Mut und Offenheit vor den Hohepriestern gezeigt habe.

„Petrus hätte Kompromisse schließen können, und in der Geschichte hat die Kirche das oft tun müssen.“

„Er hätte doch Kompromisse schließen können und zu den Hohepriestern sagen können: Macht euch keine Sorgen, wir werden gehen und ein bisschen leiser sprechen, und wir werden euch nicht in der Öffentlichkeit anklagen, aber ihr lasst uns in Ruhe. Petrus hätte Kompromisse schließen können, und in der Geschichte hat die Kirche das oft tun müssen, viele Male, um das Volk Gottes zu beschützen.“

Die Schuld der Hohepriester

Kompromisse könnten gut sein, aber auch schlecht, fuhr Franziskus fort. So habe Petrus zurecht gesagt, was die Tatsachen seien. Er habe die Schuld der Hohepriester am Tod Jesu mit besonderem Mut angezeigt.

„Und wie ist Petrus dazu gekommen? Zuerst war er ein begeisterter Mann, ein Mann, der mit all seiner Kraft geliebt hat, auch ein ängstlicher Mann, der sich Gott so weit geöffnet hat, so dass Gott sich ihm offenbart hat, dass Jesus Christus, der Sohn Gottes, ist. Aber bald darauf lässt sich Petrus in die Versuchung führen, Jesus zu sagen, dass wir den Weg der Erlösung ohne Kreuz gehen könnten. Und Jesus nennt ihn Satan. Petrus, der fähig war, vor Jesus niederzuknien, war versucht, sich zu verstecken und sich nicht mit Jesus zu zeigen, um nicht im Gefängnis zu landen. Und er ist der Versuchung erlegen, Jesus zu verleugnen: er ist ein labiler Petrus.“

Das Gebet Jesu

Aber es folgte ein verwandelter Petrus, der dank des Gebetes Jesu für ihn den Mut geschöpft hatte, um mit den Hohepriestern Klartext zu sprechen, erinnerte der Papst.

„Es gibt einen Bibelvers, der uns helfen wird, dies zu verstehen. Jesus sagt zu Petrus: Ich werde für dich beten, damit dein Glaube nicht wankt und dies ist das Geheimnis von Petrus: das Gebet Jesu. Jesus betet für Petrus, damit sein Glaube nicht scheitert und damit er seine Glaubensbrüder im Glauben bestätigen kann, so sagt Jesus ihm. Und das, was Jesus mit Petrus getan hat, das tut er mit uns allen. Jesus betet für uns, für jeden Einzelnen. Petrus konnte diesen ganzen Weg - vom Feigling zum Tapferen - dank des Gebetes Jesu gehen. Denken wir ein wenig darüber nach. Wenden wir uns an Jesus und danken wir ihm dafür, dass er für uns und für jeden von uns betet.“

(vatican news)

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Eindrücke von der Frühmesse mit Franziskus
23 April 2020, 08:03
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