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Frühmesse: Möge der Herr uns helfen, unsere Ängste zu überwinden

In diesen Zeiten der Corona-Krise haben viele Menschen Angst, weil sie nicht wissen, was die Zukunft bringt. Daran erinnerte Papst Franziskus an diesem Donnerstag bei der Frühmesse in der Päpstlichen Residenz Santa Marta im Vatikan.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Zu Beginn der Frühmesse ging Franziskus auf das Problem der Angst ein. Hatte er in den bisherigen Gebetsintentionen zu Beginn der Messfeier jeweils Berufsgruppen und Gemeinschaften namentlich genannt und für sie gebetet, ging er diesmal auf die Ängste ein, die in der derzeitigen Krise viele von uns plagen:

„Denken wir an die Angst der alten Menschen, die allein zu Hause sind oder in Altersheimen, und die nicht wissen, was noch alles passieren kann; an die Angst derer, die keine feste Arbeit haben und sich Sorgen machen, wie sie ihre Kinder, ihre Familien, ernähren sollen. Denken wir an die Angst der vielen Menschen, die im Sozial- und Gesundheitsdienst tätig sind und helfen, das öffentliche Leben aufrecht zu halten; an die Ängste eines jeden von uns: jeder kennt seine eigenen. Lasst uns beten, dass der Herr uns hilft, Vertrauen zu haben und unsere Ängste zu überwinden.“

Der Eucharistische Segen
Der Eucharistische Segen
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Der Papst kommentierte die biblische Episode vom goldenen Kalb aus der Ersten Lesung (Ex 32, 7-14) und konzentrierte seine Predigt auf das Thema Götzendienst:

„Ich möchte dazu ein paar Dinge sagen: Da ist zunächst einmal diese "götzendienerische Nostalgie" des Volkes, das zu den Götzen, zum Schlimmsten, zurückkehrt und den lebendigen Gott nicht zu erwarten weiß. Und diese Nostalgie ist eine Krankheit: zuerst gehen sie noch voller Elan los; freuen sich über ihre Freiheit, doch dann fangen auch schon gleich die Klagen an: das ist ja alles so mühsam, die Wüste, der Durst, der Hunger... In Ägypten gab es wenigstens etwas Gutes zu essen... Sie haben nur an das gute Essen gedacht, aber nicht daran, dass sie es vom Tisch der Knechtschaft gegessen haben. Der Götzendienst ist selektiv, und er lässt dich am Ende alles verlieren.“

Einstellungen, die uns zum Götzendienst führen

Und diesen Mechanismus, so fuhr Franziskus fort, sehe man auch bei uns: wenn wir beispielsweise an Dingen hängen, die uns von Gott wegführen, uns selbst einen anderen Gott schaffen, und zwar mit den Gaben, die uns der Herr gegeben hat: unserer Intelligenz, dem freien Willen. Diese Gaben des Herrn würden viele dazu nutzen, Götzendienst zu betreiben, beklagte der Papst.

„Die Frage, die ich heute stellen möchte, ist: Was ist mein Idol? Unser Idol der Weltlichkeit, der Götzendienst, führt uns einer falschen Religiosität zu, ja oft wird die Weltlichkeit zu einem Götzendienst, der uns dazu bringt, die Feier eines Sakraments in ein weltliches Fest zu verwandeln. Was sind meine Idole? Darüber sollte jeder von uns nachdenken, damit der Herr am Ende unseres Lebens nicht zu uns sagen kann, dass wir von dem Weg abgekommen sind, den er uns gewiesen hat; dass wir uns vor einem Götzen niedergeworfen haben. Bitten wir den Herrn um die Gnade, zu erkennen, wer unsere Götzen sind - und wenn wir sie schon nicht vertreiben können, dann lassen wir sie wenigstens in der Ecke stehen.“

(vatican news)

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Eindrücke von der Frühmesse mit Franziskus
26. März 2020, 08:09
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